Kirchhatten - Der im Jahr 2008 in Kirchhatten eröffnete Edeka-Markt soll vergrößert und modernisiert werden. Die Verkaufsfläche von derzeit 1150 m² stiege dadurch auf 1570 m². Entsprechende Pläne hat die Edeka-Miha-Immobilien-Service GmbH im Rathaus eingereicht.
Hinter den Erweiterungsplänen stehe weniger das Bemühen, das angebotene Warensortiment zu vergrößern, betonte Volker Gruhne (Expansionsbüro Nordwest) im Bau- und Planungsausschuss am Mittwochabend. „Wir wollen wie in Sandkrug vor allem die Präsentation verbessern, Kunden mehr Platz geben, einfach moderner werden.“ Um diese Ziele zu erreichen, soll der Markt auf dem bestehenden Bauteppich vor allem nach Süden in Richtung der Wohnbebauung erweitert.
Ein Lärmgutachten ist Pflicht und soll ausschließen, dass die Anwohner mit einer Verschlechterung ihrer Wohnsituation zu rechnen haben. Lkw werden die Waren weiterhin im Norden des Gebäudes anliefern, im Süden fiele durch die Erweiterung sogar etwa die Hälfte der Parkplätze weg. Vor mehr Lärm müssten die Anwohner sich definitiv nicht sorgen, betont Planer Werner Gieselmann.
Zurzeit stehen der Kundschaft 122 Parkplätze zur Verfügung. Diese Zahl würde in Folge des Umbaus auf 107 sinken. Dies sei für die dann erreichte Größe des Marktes völlig ausreichend, so der Vertreter des Expansionsbüros. Gruhne unterstrich, dass Edeka mit der Lage in Kirchhatten sehr zufrieden sei. Allerdings gelte es, nachdem 2015 der Markt in Sandkrug modernisiert worden sei, jetzt auch in Kirchhatten aktiv zu werden. „Das Thema ist überreif.“
Betont wird vom Investor, dass der Charakter des Kirchhatter Verbrauchermarktes nicht völlig umgekrempelt werden soll. Im Gegensatz zum Standort Sandkrug werden beispielsweise weiter mit einer abgehängten Decke gearbeitet. Geräumiger werden sollen dagegen das Lager, die Gänge, der Getränkebereich, der Backshop und auch der Sozialbereich der Mitarbeiter.
Der Bau- und Planungsausschuss machte am Mittwochabend mit einer einstimmigen Beschlussempfehlung für die öffentliche Auslegung der Planunterlagen deutlich, dass er den Erweiterungsplänen grundsätzlich positiv gegenübersteht. Uwe Hollmann (SPD) – „Die Bevölkerung weiß es sehr zu schätzen, dass wir hier einen guten Markt haben“ – ließ in der Diskussion durchblicken, dass seine Fraktion ein proportionales Wachstum des Non-Food-Bereiches auf bis zu 20 Prozent der neuen Verkaufsfläche – das wären dann 320 m² – für etwas viel erachtet. „Die CDU begrüßt auch, dass der Markt noch attraktiver werden soll“, so Ausschussvorsitzender Adolf Oltmann.
Andreas Richter (FHL) plädierte dafür, Edeka möge lieber den fehlenden Drogeriemarkt übers Sortiment ausgleichen, anstatt dem örtlichen Bäcker mit einem größeren Shop Konkurrenz zu machen.
