„Agena: Den Lkw braucht doch jeder“, Ð  vom 10. November

Endlich hat einer die Notwendigkeit der A 20/22 mit durchschlagenden Argumenten auf den Punkt gebracht. Die Menschen im Ammerland, in Friesland, in der Wesermarsch und auf der anderen Weserseite müssten elendig verhungern, da „ohne die Küstenautobahn die Bevölkerung nicht versorgt werden könnte.“

Und genauso schlimm: Die wichtigsten Produktions- und Arbeitsmärkte rund um Nordenham, Brake und Bremerhaven könnten nicht mehr über die Seehafenhinterlandverkehre (zu denen Herr Agena auch die A 20/22 zählt) ver- und entsorgt werden, und „ohne diese Logistik würde die gesamte deutsche Wirtschaft innerhalb kürzester Zeit zusammenbrechen.“ Wo soll das alles bloß enden? Die A 20/22 steht noch nicht mal im vorrangigen Bedarf, und wer sie finanziert, ist auch noch völlig ungeklärt. Da bleibt wohl nur eins: Die von der A 20/22 verschonten Bürger sollten sich schleunigst überlegen, wo sie demnächst unterkommen. Sie haben bestenfalls ihre Ersparnisse einzubringen, Haus und Hof sind in naher Zukunft in einem nicht versorgten Gebiet nicht mehr zu verkaufen.

Die nach Berechnung von Hajo Agena eine Milliarde Euro Maut, die 2011 für Straßen zusätzlich zur Verfügung stehen (...), reichen für die „künftig geplanten Investitionen“ nicht aus. Schon heute kann die Unterhaltung der vorhandenen Straßen nicht bezahlt werden. Zusätzliche Fantasieprogramme (...) sind da völlig fehl am Platz.

Dass wir Lkw in gewisser Anzahl benötigen, bezweifelt kaum jemand, auch die Politiker der Wesermarsch nicht. Die machen sich Sorgen um den Zustand der bestehenden Straßen. Wenn da nicht bald etwas geschieht (...), dann können die Lkw nicht einmal mehr diese zur Versorgung der Bevölkerung nutzen. Ob wir noch mehr von diesen Fahrzeugen benötigen, hängt von einer anderen, besseren Verkehrspolitik ab, in der endlich auch mal über Alternativen nachgedacht werden sollte. Immer mehr Straßen lösen das Problem nicht.


Dieter Bloem, Jade