Herr Dr. Peters, der Nordwesten hat oft überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Das wurde auch mit der Teilnahme an Megatrends begründet. Welche waren das?
PetersEs sind die Gleichen, die auch in Zukunft Zugpferde für die Region sein dürften. Zwei der wichtigsten würde ich unter Globalisierung zusammenfassen: Logistik und Ernährung. Zur Logistik: Allein unsere niedersächsischen Häfen haben heute rund 25 Prozent Anteil am deutschen Im- und Export, der per Schiff läuft. An den Dienstleistungen drumherum hängt viel Wertschöpfung und Beschäftigung. Insgesamt passt die Bezeichnung „Logistikdrehscheibe Nordwest“.
Und der Megatrend Ernährungswirtschaft?
PetersWeltweit steigt der Bedarf an Nahrung. Unsere Betriebe tragen dazu bei, weltweit Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Denken Sie nur an die vielen Maschinen- und Anlagenbauer.
Wenn diese Megatrends bleiben sollen, muss sich aber etwas ändern, oder?
PetersJa, die Beteiligten müssen sich auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen, also bei Nahrungsmitteln etwa auf höhere gesellschaftliche Ansprüche an Ressourcen- und Tierschutz sowie neue Ernährungstrends. Und wenn die Logistik Megatrend bleiben soll, muss kräftig in die Verkehrswege, vor allem in die Hinterlandverbindungen der Häfen investiert werden.
Welche großen Trends zugunsten des Nordwestens sind noch auszumachen?
PetersDas ist eine erfreulich lange Reihe! Wir sind als Region breit aufgestellt. Enorme Bedeutung aber hat etwa der Megatrend Energie. Weltweit sind neue Lösungen gefragt, zu denen wir – auch wegen unserer engen Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft – vieles beitragen können. Weiterer Megatrend für den Nordwesten ist Gesundheit, gerade auch im Hinblick auf demografische Trends und Tourismus.
