Sandkrug - 165 Flüchtlinge leben in der Gemeinde Hatten. Bis Ende April müssen weitere 95 untergebracht werden. Die meisten davon kann sie wohl noch unterbringen, doch Hatten stößt bei dezentralen Lösungen mittlerweile an Grenzen. Deshalb wird jetzt über Alternativen beraten – damit Turnhallen nicht zu Notunterkünften werden müssen.

Der Bauausschuss hat am Donnerstagabend mit neun Ja- bei zwei Gegenstimmen (CDU und Bürgerfrische) den Weg dafür freigemacht, dass auf einer Fläche zwischen Schultredde, Jan-Eilers-Weg und Theodor-Heuss-Straße in Sandkrug bis zu fünf Wohnhäuser entstehen, die als Flüchtlingsunterkünfte dienen sollen. Bis zu 60 Personen könnten hier wohnen. Erschlossen werden soll das Gebiet über die Theodor-Heuss-Straße, ein Fußweg zur Schultredde ist in dem von einem Privatinvestor vorgelegten Plan ebenfalls vorgesehen. Jede der vier Unterkünfte wird eine maximale Höhe von neun Metern haben und individuell gestaltet sein.

Die SPD sieht keine Alternativen, bedingt sich aber eine vertragliche Festlegung auf die Obergrenze von 60 Bewohnern aus. „Wir müssen den Spagat zwischen dem Schaffen dringend benötigter Flüchtlingsunterkünfte und der Bevölkerung schaffen“, so Ratsherr Uwe Hollmann. Hajo Töllner warnte davor, dass sich die Gemeinde ohne Projekte wie dieses völlig abhängig von Immobilienbesitzern mache.

Auch die FDP stimmte für die Beschlussvorlage. Wilfried Witte warnte vor größeren Lösungen: „Wir dürfen kein Ghetto entstehen lassen.“ Helmut Rücker (Grüne) betonte, es sei richtig, wie zurzeit geschehen, gleichzeitig auch Wohnraum für die Hatter Bürger zu schaffen. Johannes große Beilage hält die Lösung für gut, jetzt müsse „Entscheidungsstärke“ gezeigt werden. Bernhard Collin (CDU) warnte indes vor einer Konzentration von Flüchtlingsunterkünften im Ort.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten