MEIERHAFE/LANDKREIS - Die Ganderkeseer „Arbeitsgruppe Gegen Elektrosmog“ (AGE) lässt nicht locker. In ihrem Kampf für das Ziel, dass die geplante 380 kV-Leitung von Ganderkesee nach St. Hülfe in Wohnhausnähe in die Erde kommt, wolle man sich erneut an Ministerpräsident Christian Wulff wenden und plädiere parallel für ein Gespräch aller Beteiligten inklusive der Eon-Tochter „Transpower“. Das teilte AGE-Sprecher Gerd von Seggern am Dienstag am Rande eines Besuchs von NDR-Fernsehleuten in Meierhafe mit.
Anlass für den Besuch des dreiköpfigen NDR-Teams waren die 3. Wissenschaftstage des Bundesumweltministeriums zur Offshore-Windenergienutzung in der Oldenburger Weser-Ems-Halle (17./18. November). Redakteurin Silke Rudolph wollte für die Sendung „Aktuell“ (Dienstag, 14 Uhr) beleuchten, wie der auf See geerntete Strom ins Binnenland befördert werden kann – und welche Probleme da auftauchen.
Von Seggern schilderte, dass Nachbarn, die ganz in der Nähe der bereits vorhandenen 110 kV-Freileitung wohnen, unter Schlafstörungen und Kopfschmerzen leiden würden. In Meierhafe habe man angesichts der geplanten 380 kV-Leitung, sofern auch diese als Freileitung gebaut werde, „Angst um die eigene Gesundheit“.
Hoffnung auf einen Erfolg habe man gehegt, als Niedersachsens Landtag Ende 2007 sein Erdkabelgesetz beschloss, rief von Seggern im Gespräch mit der NWZ in Erinnerung. Ein Rückschritt sei schließlich das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) des Bundes gewesen – denn dessen „Kann-Bestimmungen“ in Bezug aufs Erdkabel würden von der Eon-Tochter „Transpower“ nach dem Motto „Kannste vergessen“ ausgelegt.
Nachdem die Transpower im Oktober mitteilte, sie prüfe zurzeit, „ob“ sie von der Ermächtigung zur teilweisen Erdverkabelung Gebrauch machen werde, forderte von Seggern dazu auf, „hier gemeinsam Position zu beziehen“. Und: „Eon soll sagen, wie sie das ,Ob’ meint.“
