Birkenheide - „Die Hauptsaison für das Heidekraut beginnt erst Anfang Oktober“, erzählt Cord Drücker von der Gärtnerei Melle in Birkenheide. Doch schon jetzt leuchten die Felder um die weißen Gewächshäuser des Betriebes in den prächtigsten Farben: Rot, Violett, Gelb, Grün – eine ganze Farbpalette, vielfach auch konzentriert in nur einem einzigen Pflanzen-Topf.
„Zum ersten Mal haben wir in diesem Jahr vierfarbiges Heidekraut“, berichtet Cord Drücker. Außerdem gibt es den zweifarbigen Twin, das dreifarbige Trio oder den klassischen Solitär. Insgesamt über zwanzig Sorten hat der Betrieb im Angebot. Zur Pflege der Produkte beschäftigt die Gärtnerei Melle zwölf Mitarbeiter, während der Hauptsaison kommen acht weitere Helfer hinzu.
In Plastikpaletten eingestellt, sicher verstaut und schließlich auf die Lkw verladen, werden „in den besten Zeiten täglich bis zu 50 000 Pflanzen in 400 Containern in ganz Deutschland ausgeliefert“, berichtet Cord Drücker. „Gerade in Süddeutschland ist das Heidekraut sehr gefragt“, weiß der 39-Jährige.
Dort wie überall wird das winterharte Gewächs gern auf Gräbern drapiert, da ihre Lebenszeit länger ist als die anderer Pflanzen. „Die Heidepflanzen sind Knospenblüher“, erklärt Cord Drücker. „So wird die Knospe zwar farbig, kann jedoch nicht bestäubt werden und deshalb nicht aufgehen, blühen oder verblühen.“ Dadurch erreichen viele knospenblühende Heidepflanzen ihr intensives Weinrot und eine vergleichsweise beständige Frische.
Auf 17 Hektar Fläche werden in Birkenheide pro Saison 1,3 Millionen Pflanzen hochgezogen. Trotzdem verrichten im Betrieb Melle die Mitarbeiter einen Großteil ihrer Aufgaben noch mit der Hand. Feingefühl ist gefragt im Umgang mit Pflanzen.
Das habe sich auch nach dem Tod des Geschäftsgründers Günter Melle im vergangenen Jahr nicht geändert. „Die Qualität der Pflanze steht weiterhin an erster Stelle“, sagt Cord Drücker. Die Firmenphilosophie sei weitergetragen worden und die Kunden hielten die Treue.
