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Mensch des Jahres „Hilfe zur Selbsthilfe“ beeindruckt die Jury

Martin Fitzl
WILDESHAUSEN - Sabine Müller war sichtlich überrascht und gerührt. „Hilfe“, war alles, was sie im ersten Moment dachte, als sie am Donnerstagnachmittag in einer Feierstunde im „Alten Amtshaus“ in Wildeshausen als „Mensch des Jahres 2009“ ausgezeichnet wurde. Die sechsköpfige Jury habe damit ihren Einsatz um die Integration der Familie Kutila, die aus dem Kongo geflüchtet ist, gewürdigt, befand

NWZ

 -Redaktionsleiter Stefan Idel in seiner Laudatio.

Zu der Feierstunde hatten Nordwest-Zeitung und Oldenburgische Landesbank (OLB) als Organisatoren alle Kandidaten, die Jury und auch fünf Gewinner eingeladen, die für ihre Vorschläge mit jeweils 100 Euro bedacht wurden.

Seit vier Jahren betreut Sabine Müller die Familie Kutila, die aus dem Kongo flüchten musste und seit dem Jahr 2000 in Deutschland lebt. Kennen gelernt haben sie sich im Kindergarten. Dort sind der 38-Jährigen die Schwierigkeiten, unter anderem bei der Verständigung, aufgefallen. Seitdem hilft sie der Familie bei Behördengängen und über andere Hürden des Alltags hinweg. Allein will sich Sabine Müller den Verdienst aber nicht auf die Fahne schreiben: „Behörden, Schule und Ärzte unterstützen auch.“ Sie versteht die Unterstützung der Kutilas als Hilfe zur Selbsthilfe. „Sie fühlen sich angenommen in der Gesellschaft“, sagt Sabine Müller.

Dabei hat die Wildeshau­serin auch Beruf und Familie. Ohne die Unterstützung von Ehemann Michael, den Kindern Lea-Sophie, die am Donnerstag zehn Jahre alt wurde, und Felix (8) wäre dieser Einsatz nicht möglich. Und: Ihr Wirken habe sie eigentlich gar nicht als etwas „Besonderes“ gesehen.

Als vorbildlich würdigte Wildeshausens stellvertretende Bürgermeisterin Christa Plate, die zu den Mitgliedern der Jury gehörte, das Engagement Müllers. Sicherlich gebe es immer Bürger, die größere und „flächendeckende“ Projekte betreuten. Dabei komme aber es nicht auf die tägliche Medienpräsenz an. „Viele arbeiten im Verborgenen“, so Plate. Es sei schön, dass es Bürger gebe, die sich für das Gemeinwohl engagierten. „Und dass es so viele gibt, denen das aufgefallen ist.“ Deshalb sei eine solche Anerkennung wichtig. „Es ist schön, dass

NWZ

  und OLB so etwas einmal gemacht haben“, betonte sie.Auch OLB-Bezirksleiter Rainer Grewing lobte die freiwillige Hilfe. Alle Nominierten hätten eine besondere Ehrung verdient. Die OLB wolle gemeinsam mit der

NWZ

  die Aktion in diesem Jahr fortführen.

Bei der ersten Aktion „Mensch des Jahres“ in Wildeshausen hatte es zwölf Kandidaten gegeben. Neben Sabine Müller waren dies: Annelies Tepe, Martina Zahl, Edward Percival, Brigitte O. Kaiser, Peter Hahn, Katrin Freese, Christina Poppe, Werner Lenz­schau, Christa Vogt, Regina Oehlerking und Helmut („Eddy“) Ostendorf. Die Beteiligung der Leser sei sehr groß gewesen, sagte Idel.

Zur Jury gehörten neben Christa Plate, Wiltrud Stanszus (Ev.-luth. Kirchengemeinde), Pastor Holger Kintzinger (Kath. Kirche), Stadtbrandmeister Jürgen Koch, Wildeshausens OLB-Filialleiter Steffen Kleen und Stefan Idel. Übrigens: Alle Ehrenamtlichen machen natürlich gern weiter.

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