Der Kampf gegen die Ausbeutung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vor allem in der Fleischindustrie nimmt erst jetzt richtig Fahrt auf. Erst auf Druck aus der Öffentlichkeit, hier ist besonders der Prälat Peter Kossen aus Vechta zu nennen, sieht sich die Politik genötigt, entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Die zuständigen Behörden in den Landkreisen und Gemeinden haben bisher völlig versagt. Wohnungen und Mietpreise müssen kontrolliert werden. Werkverträge gehören verboten und Leiharbeit darf nur nach ganz engen Regeln genehmigt werden.
Die Menschen müssen bei den Firmen direkt angestellt sein und nach Tariflöhnen entlohnt werden. Hier kommt der Mindestlohn ins Spiel. Dass der in der Fleischindustrie mit 8,75 Euro erst Ende 2016 in Kraft tritt, ist nicht nachvollziehbar. Der durch die Politik festgelegte Mindestlohn stellt aber nur eine untere Grenze dar, damit Lohndumping und Ausbeutung von Menschen verhindert wird.
Diese Grenze sollte so festgelegt werden, dass jemand bei Vollarbeitszeit vom Lohn ein angemessenes und menschenwürdiges Leben führen kann. Sie wird nicht von den Arbeitgebern bestimmt, sondern von der Gesellschaft über die Politik.
Selbstverständlich werden Löhne zwischen den Tarifpartnern ausgehandelt. Dazu müssen aber alle Arbeitsplätze einem Tarif unterliegen. Nach derzeitigem Stand der Dinge müsste ein tariflich ausgehandelter Lohn deutlich über zehn Euro liegen. Wie gesagt, der Kampf um soziale Gerechtigkeit beginnt erst.
