Ahlhorn/Cloppenburg/Garlstorf - Kurz hinter dem Wall war der Knall noch laut, in 300 Metern Entfernung schon deutlich leiser, aber noch wahrnehmbar. Im Abstand von 700 Metern waren die Schüsse praktisch nicht mehr zu hören und auch mit Messgeräten nicht mehr von anderen Umgebungsgeräuschen zu trennen. Das ist das Fazit einer Informationsfahrt zum Schießstand Garlstorf, die die Jägerschaften Cloppenburg und Vechta jüngst gemeinsam mit Nachbarn, interessierten Bürgern aus Ahlhorn und Vertretern aus Rat und Verwaltung der Gemeinde Großenkneten unternommen haben.

Anlässlich des geplanten Baus eines jagdlichen Ausbildungszentrums auf der ehemaligen Standortschießanlage sollte ein ähnlich angelegter Schießstand besichtigt und „belauscht“ werden, um sich ein realistisches Bild einer derartigen Anlage im laufenden Betrieb zu machen.

Der Bürgerverein Ahlhorn hatte diese Tour angeregt. Bei der Jahreshauptversammlung hatten Listen ausgelegen, um sich für die Teilnahme anzumelden, „Es war für uns alle eine aufschlussreiche Veranstaltung. Ich möchte sie bitten, wenn es zu Gesprächen über Schießzeiten et cetera kommt, uns als Bürgerverein einzubinden“, so Petra Rabius-Hermann.

Der spannendste Teil der Exkursion: Die Teilnehmer wollten sich von den Lärmimmissionen überzeugen und hatten dafür Messgeräte mitgebracht. Erst mit einem Anruf habe sich bei 700 Meter Abstand klären lassen, ob tatsächlich Schießbetrieb stattfand. „Damit können wir leben“, wird ein Ahlhorner zitiert.

„Dies soll der Beginn eines Dialoges sein“, hatte Dr. Thomas große Beilage, Vorsitzender der Jägerschaft Cloppenburg, betont. Sorgfältige Planung sei den Jägerschaften sehr wichtig. Deswegen sei bisher noch kein Auftrag vergeben worden, obwohl die Baugenehmigung vorliege.

Der Betreiber des Schießstandes Garlstorf, Matthias Carstens, stellte die moderne Wurftaubenanlage mit mehreren Trap- und Skeetständen vor. Ebenso wie in Ahlhorn geplant, wird dort in Richtung eines etwa 20 Meter hohen Walls geschossen, an dem sowohl die Wurftauben als auch das Bleischrot gefangen und gesammelt werden. „Bevor der große Wall da war, gab es Beschwerden aus dem circa 600 Meter entfernten Ort, denn die Schüsse waren dort je nach Windrichtung deutlich Tonlage zu hören“, so Carstens. Heute bestünden diese Probleme nicht mehr.