Hurrel/Steinkimmen - Messer- und Schraubenteile flogen durch die Luft, Flammen schossen aus dem Maisrohr. „Das war fast wie eine Explosion“, schildert der landwirtschaftliche Lohnunternehmer Horst Osterloh den Vorfall, der sich bereits am vorigen Freitag kurz nach 7 Uhr auf einem Maisfeld an der Pirschstraße in Hurrel abgespielt hatte. Ein im Mais befindliches Metallteil war in die mit hoher Geschwindigkeit rotierende Trommel eines Feldhäckslers geraten – eine für seine Mitarbeiter lebensgefährliche Situation, so Osterloh. Die Polizei geht davon aus, dass Unbekannte das Metallteil mit Vorsatz im Mais anbrachten.
Glücklicherweise seien die beiden Mitarbeiter auf dem Claas-Häcksler beziehungsweise auf dem Transportfahrzeug nicht verletzt worden, berichtet Osterloh. Was die Schadenshöhe angeht, war die Polizei zunächst von mindestens 15 000 Euro ausgegangen, tatsächlich rechnet das Lohnunternehmen aus Steinkimmen mit mehr als doppelt so hohen Kosten. Weil Metallteile in das auf dem Transportfahrzeug befindliche Häckselgut gerieten, habe man dies vernichtet.
Der Vorfall von Hurrel sei kein Einzelfall, sagte Polizeisprecherin Jennifer Koch. Dr. Martin Wesenberg vom Bundesverband Lohnunternehmen (BLU) bestätigte dies: Eine Massierung solcher Sabotage-Fälle beobachte man in Süddeutschland und im Raum Sulingen. Auch im Oldenburger Münsterland habe es einige Fälle gegeben.
Denkbar seien mehrere Motive. Möglicherweise würden die Taten auf das Konto von Kritikern der „Vermaisung“ gehen, vielleicht lägen auch private Ursachen der Tat zugrunde. Vielfach liege die Schadenshöhe bei etwa 30 000 Euro, teils sei von bis zu 50 000 Euro auszugehen.
Bei solchen Vorfällen handele es sich keinesfalls um Kavaliersdelikte, betonte Andrea van Eijden, Präsidentin der Landesgruppe Niedersachsen im BLU. Vor wenigen Jahren sei ein Fahrer in Nordrhein-Westfalen nur durch Glück mit dem Leben davongekommen, als ein schweres Metallteil wenige Zentimeter an seinem Kopf vorbei die Kabinenwand durchschlagen habe. Damit sei der Tatbestand der versuchten Körperverletzung beziehungsweise sogar versuchten Tötung erfüllt.
Die Polizei erbittet Hinweise ans Kommissariat Wildeshausen,
