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Landwirtschaft Metallriese auf Maisfeld      im Einsatz

Tanja Henschel

Steinkimmen - Dumpfes Brummen ist schon vom Feldweg aus zu hören, als sich der 14 Tonnen schwere Maishäcksler mit 450 Pferdestärken über ein Feld bei Steinkimmen bewegt. Fahrer Hergen Meyerholz ist bereits seit 6 Uhr morgens im Einsatz. Augenscheinlich entspannt sitzt er im Führerstand, vor ihm eine grüne Pflanzenwand. Unentwegt fliegen kleine Maishäcksel durch den langen Arm des Auswurfturms in einen Anhänger, der auf gleicher Höhe von einem Traktor gezogen wird. Die rund 12 bis 14 geladenen Tonnen werden zum Siloplatz gebracht und mit Schleppern verteilt, festgefahren und mit Planen überzogen.

Sechs Meter Breite

Der Häcksler bricht durch die letzte Maiswand. Per Fußtaste schwenkt Meyerholz den Auswurfturm und biegt in die nächste Reihe. Sechs Meter ist das Fahrzeug breit. An acht Reihen, im Abstand von 75 Zentimetern, fährt der Reihentaster entlang und mäht die Pflanzen ab. Es gebe aber auch Maschinen mit einer Breite von zwölf Metern, erklärt der Fahrer.

Fünf Hektar sei das Feld groß und in rund drei Stunden gehäckselt. „Von der Fahrbarkeit ist es besser in diesem Jahr. Jetzt hat es ein bisschen geregnet, da staubt es auch nicht so“, erzählt Meyerholz.

Mit ihm sind noch sieben Mitarbeiter mit einem weiteren Maishäcksler im Einsatz. 33 Hektar wollen sie an diesem Tag abmähen. Das Gebiet sei auf zehn Flächen verteilt – von einem bis fünf Hektar Größe, sagt Lohnunternehmer Horst Osterloh aus Steinkimmen, für den Meyerholz arbeitet. Insgesamt ernte das Lohnunternehmen im Herbst 500 bis 600 Hektar ab. Dabei würden pro Hektar rund 30 Liter Diesel verbraucht, rund 600 Liter pro Tag, so Osterloh.

„Die meiste Arbeit ist innerhalb von zwei Wochen erledigt. Zwei Hektar in der Stunde kann man wohl schaffen“, sagt Meyerhoff. Das hänge aber auch von der Bodenbeschaffenheit ab und wie weit der Mais abgereift sei, so Osterloh. „Man ist irgendwie mit dem Wetter verbunden.“

Bis 21 Uhr sitzt Fahrer Meyerholz häufig während der Haupterntezeit auf der Maschine. „Das sind dann schon ’mal längere Tage und Zuhause ist die Familie, die man dann länger nicht sieht“, berichtet Meyerholz. Das gleiche sich aber durch den Fahrspaß und der Arbeit im Freien aus. Einsam werde es dabei nicht, findet Meyerholz. Trocken und mit Radio ausgestattet, sitzt er im klimatisierten Führerstand. Probleme wach zu bleiben, habe er keine.


Routiniert nimmt Meyerholz, der seit rund 20 Jahren Maishäcksler fährt, eine Reihe nach der anderen. „Ruhe bewahren, ist auf jeden Fall wichtig“, sagt er. Aber auch das Zusammenspiel zwischen den Fahrern von Häcksler und Schlepper sei wichtig, damit die Geschwindigkeit zueinander stimme. Über Blicke und Funkgerät halten sie Kontakt. Aber hier sei auch Fingerspitzengefühl und Erfahrung gefragt. Am schwierigsten sei der Anfang zu mähen, beziehungsweise die erste, äußerste Reihe. Eine Gangschaltung oder Kupplung gibt es nicht. Per Hebel beschleunigt und bremst der Fahrer.

Schwierige Sicht

Auch nachts fährt Meyerholz seine Reihen ab. „Solange man vor sich noch über den Mais schauen kann, geht das“, sagt er. Im Dunkeln sei es schwierig, sich zu orientieren, wenn der Mais größer als der Häcksler ist. „Der Fahrer sieht nicht alles, was auf dem Feld passiert“, meint Osterloh – auch, wenn er über Kameras den Boden, den Bereich hinter dem Häcksler und die Auswurfklappe einsehen kann.

Wenn die Männer vom Feld fahren, ist für sie aber noch nicht Feierabend. Dann müssen Messer geschärft, Motoröl gewechselt oder der Luftfilter ausgepustet werden, so Osterloh. Nach einem hektischen Tag auf dem Maishäcksler bräuchte man zunächst eine Stunde, um wieder „runterzukommen“, sagt er.

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