METJENDORF - Wenn sich die Aktiven des Pfeifenklubs „Einigkeit“ Ofenerfeld zur Vereinsmeisterschaft im Langsamrauchen an den Tisch setzen, dann hat Tabakwart Wolfgang Riedel bereits ganze Arbeit geleistet. Hat für jeden Teilnehmer exakt drei Gramm handelsüblichen Pfeifentabak abgewogen und in Tütchen verpackt und die etwa 70 vereinseigenen Tonpfeifen gereinigt, die Stopfer bereitgelegt und für ausreichend Zündhölzer gesorgt. Wie jetzt bei der 107. Auflage der Meisterschaft im Vereinslokal.
Seit gut zehn Jahren verwaltet der Oldenburger Riedel die Ausrüstung des Klubs, der auf Vereinsebene nur noch im Langsamrauchen und eben mit Tonpfeifen seine Meister ermittelt – wobei anlässlich des jüngsten Übungsabends mit Holzpfeifen der neue Vereinsrekord bei 96 Minuten und 55 Sekunden lag – mit eben lediglich drei Gramm Tabak. Die Tonpfeifen, die Riedel für den Klub in Schuss hält, und die jeweils einem einzigen Raucher zugeordnet sind, werden bereits seit mehr als 15 Jahren benutzt – und nie ist offenbar eine kaputt gegangen, sagt Riedel, der bei nahezu jeder Meisterschaft dabei ist – bis hin zur Deutschen, wobei dann allerdings Holzpfeifen benutzt werden.
Auf Vereinsebene hat bei den Ofenerfeldern bereits vor mehr als 40 Jahren die „neutrale“ Zeitnahme bei Vereinswettbewerben Einzug gehalten, weiß Karl-Heinz Bruns – auch, um Streit unter den Rauchern zu vermeiden. Bruns ist Mitglied beim TV Metjendorf und ist seit gut 40 Jahren mit der Stoppuhr dabei. Bis zu 22 Zeitnehmer stellt der Sportverein, wenn es um die Deutsche Meisterschaft geht: Für die vereinseigene reichen zwei Zeitnehmer aus – wie bei dieser, bei der letztlich Henning Hartung mit einer Stunde, sechs Minuten und zehn Sekunden die Nase vorn hatte. „Das richtige Stopfen der Pfeife ist der erste Schritt zum Sieg“, hatte es geheißen – und so walkten die Aktiven ihre drei Gramm Tabak im Vorfeld ordentlich durch, damit sich möglichst keine dicken Kluten vors Zugloch der Pfeife legen konnten.
