Papenburg/Helsinki - Die Meyer Werft (Papenburg) wächst weiter: Nach seinem Einstieg bei einem Wettbewerber in Finnland 2014 will das emsländische Familienunternehmen die Werft in Turku komplett übernehmen.
Im vergangenen August hatte Meyer 70 Prozent und der finnische Staat über die Finnish Industry Investment Ltd. (FII) 30 Prozent der Werft vom angeschlagenen koreanischen STX-Konzern übernommen. Finnland will sich nun komplett aus der Werft zurückziehen. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.
Die Komplettübernahme erleichtere die Zusammenarbeit der inzwischen drei Meyer-Standorte in Papenburg, Rostock und Turku, sagte Jan Meyer als Chef von Meyer Turku. Das Familienunternehmen Meyer sei in Finnland sowohl von der Regierung als auch von der Belegschaft positiv empfangen worden. „Wir sind nicht als die deutschen Übernehmer aufgetreten“, sagte der 37-Jährige. Man halte die Werft in Turku für eine starke und technisch kompetente Werft.
Auch die finnische Regierung äußerte sich positiv über die Entwicklung. „Meyer hatte einen guten Start und brachte viele neue Aufträge nach Turku“, sagte Wirtschaftsminister Jan Vapaavuori.
Im Finnland entstehen in den nächsten drei Jahren mindestens drei weitere Kreuzfahrtschiffe für die deutsche Reederei TUI Cruises sowie eine Fähre für die estnische Reederei Tallink. Zudem hatte der größte Kreuzfahrtkonzern der Welt, die Carnival Corporation, im März bekanntgegeben, zwischen 2019 und 2022 vier Schiffe bei Meyer bauen zu lassen. Zwei davon sollen in Papenburg und zwei in Turku gebaut werden. Dort sind 1350 Menschen beschäftigt, bei Meyer in Papenburg 3100.
