Papenburg/Turku - Bekannt ist die Papenburger Meyer Werft vor allem für ihre Kreuzfahrtschiffe. Am Dienstag stellte das zur Meyer-Gruppe gehörende Unternehmen Meyer Floating Solutions nun Pläne für die nach Unternehmensangaben weltweit ersten schwimmenden Kreuzfahrtterminals vor.
Dieser neuartige Ansatz sei auf die Bedürfnisse von Häfen mit unzureichender Infrastruktur ausgerichtet und biete gleichzeitig die Möglichkeit, Terminals je nach Bedarf zu erweitern oder zu verlagern, erläuterte Kaj Casén, Chef von Meyer Floating Solutions. Das Unternehmen sprach von einer „umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Lösung für Kreuzfahrthäfen weltweit“.
Noch kein Auftrag
Wie ein Meyer-Sprecher in Papenburg erläuterte, kämen im Prinzip Kunden auf der ganzen Welt infrage. Einen konkreten Auftrag für den Bau solch eines schwimmenden Kreuzfahrtterminals gebe es aber bislang noch nicht, sagte er.
Das Besondere an den schwimmenden Terminals sei auch die Modul-Bauweise. Meyer Floating Solutions verfügt nach eigenen Angaben über eine Vielzahl von Terminaldesigns, die sich mit ergänzenden Modulen wie Hotels, Parkplätzen, Energieversorgungszentren und Einkaufskomplexen verbinden ließen. Dazu stünden drei Pier-Optionen mit einer Länge von 205 bis 320 Metern zur Auswahl. Auch komplexe Terminals mit bis zu drei Piers, die mehrere Schiffe gleichzeitig aufnehmen könnten, seien möglich. „Unsere Terminals sind bewusst modular aufgebaut und ermöglichen es den Betreibern, die steigende Nachfrage zu befriedigen und ihre Anlagen mit minimaler Komplexität vor Ort zu erweitern“, sagte Casén.
Herstellung auf Werft
Gebaut werden sollen die schwimmenden Anlagen bevorzugt auf einer der Werften der Meyer-Gruppe in Papenburg, Rostock-Warnemünde oder im finnischen Turku, so der Sprecher. Von dort würden sie dann etwa mit Spezialschiffen zu ihrem jeweiligen Bestimmungsort transportiert.
Mit schwimmenden Immobilien will sich die traditionsreiche emsländische Werft ein weiteres Standbein neben dem Kreuzfahrtschiffbau aufbauen. Im Frühjahr 2022 hatte die Meyer-Gruppe deshalb mit dem Unternehmen Admares Marine (Turku) ein Joint Venture in Finnland gegründet, das unter dem Namen Meyer Floating Solutions firmiert. Meyer hält dabei die knappe Mehrheit an der Gesellschaft. Im Juli hatte Meyer Floating Solutions etwa bekanntgegeben, dass man eine Partnerschaft mit dem Immobilienkonzern Hotels & Resorts Investment Maldives (HRIM) geschlossen habe, um schwimmende Luxusvillen auf den Malediven zu bauen.
