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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Demo bei Meyer Werft in Papenburg: Mitarbeiter wollen „nicht ausgetauscht werden“

22.01.2021

Papenburg Wegen drohender Jobverluste hängt beim kriselnden Kreuzfahrtschiffbauer Meyer-Werft an der Ems der Haussegen schief. Mehrere Hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stammbelegschaft demonstrierten am Donnerstag in Papenburg für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Es dürfe keine betriebsbedingten Kündigungen geben, forderte der Betriebsratsvorsitzende Nico Bloem. „Wir werden um jeden Einzelnen kämpfen“, kündigte er an.

Dagegen will die Leitung der familiengeführten Werft wegen des weltweiten Stillstands der Kreuzfahrtbranche bis zu 40 Prozent Kapazität abbauen. Damit könnten bis zu 1800 von insgesamt 4500 Jobs in Papenburg auf der Kippe stehen. Gespräche zwischen der Leitung und dem Betriebsrat sind unterbrochen. Der Auftragsbestand umfasst nach Angaben eines Sprechers derzeit noch acht Schiffe plus die „Odyssey of the Seas“, die kurz vor der Endausrüstung und Ablieferung steht.

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Bei der Protestdemo standen die Beschäftigten auf Abstand an ihren Autos auf einem Werftparkplatz. Viele hielten Plakate hoch mit der Aufschrift: „Ich will nicht ausgetauscht werden.“ Sie befürchten, dass Mitarbeiter mit Tarifvertrag in der Krise durch billigere Werkvertragskräfte ersetzt werden sollen. Während die Belegschaft bis Mitte des Jahres in Kurzarbeit sei, habe die Werft schon bis zum Jahresende Aufträge an Fremdfirmen vergeben, kritisierte Bloem.

Für besonderen Ärger sorgt ein Papier aus der Geschäftsführung. Es spielt durch, wie der Abbau von 600, 900 oder 1800 Stellen in der Öffentlichkeit ankommen könnte - ob als Sieg der Leitung oder des Betriebsrates. Ein Sprecher bestätigte auf Anfrage die Existenz des Arbeitspapiers, wie er es nannte.

Stimmen zum Protest in Papenburg:

„Ich will nicht über 1800, ich will nicht über 900, über 600 Stellen reden. Ich will darüber reden, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt“, sagte Bloem auf dem Demo. Der Betriebsratschef und der IG-Metall-Bevollmächtigte Thomas Gelder forderten, dass diese Planspiele zurückgenommen werden. Grundlage von Verhandlungen sollte ein genauer Auslastungsplan sein, wie und mit welchen Kräften die nächsten acht Schiffe gebaut werden.

Der Emsländer Landrat und der Papenburger Bürgermeister kritisierten, dass Demonstranten mit Autokorso und Hupkonzert vor den Privathäusern der Familie Meyer protestiert hätten: Auf diese Weise das private Umfeld „in die arbeitsrechtliche Auseinandersetzung hinein zu ziehen, ist eine Grenzüberschreitung, die wir verurteilen“, werden Landrat Marc-André Burgdorf und Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (beide CDU) in einer Mitteilung zitiert.

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Die Geschäftsführung äußerte sich am Donenrstag zunächst nicht zur Demo. „Man sollte miteinander verhandeln, wie man zu gemeinsamen Lösungen kommt“, sagte ein Sprecher.

In Absprache mit den Auftraggebern streckt die Meyer-Werft ihr Bauprogramm. Pro Jahr sollen nicht drei, sondern nur zwei Schiffe fertig werden. Die Werft ist einer der größten Arbeitgeber der Region. Seniorchef Bernard Meyer hatte schon zu Anfang der Corona-Pandemie gesagt, dass die Krise ohne Jobabbau nicht zu überwinden sein werde. Ende November wurde unter Vermittlung der Landespolitik vereinbart, dass es bis Ende Juni 2021 keine betriebsbedingten Kündigungen gibt. Bis Ende März soll ein Zukunftsvertrag ausgehandelt werden für die Zeit bis 2025.

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