Hannover - Als neuer Vorsitzender der Agrarministerkonferenz will Niedersachsens Ressortchef Christian Meyer (Grüne) bundesweit bessere Bedingungen für die Nutztierhaltung voranbringen. „Veränderung in der Tierhaltung ist nötig. Das ist auch bei den Landwirten angekommen. Aber wir brauchen dafür einen gemeinsamen Masterplan“, sagte Meyer am Dienstag. Die Landwirte müssten wissen, wie die Tierhaltung in 20 oder 30 Jahren aussehen soll. Niedersachsen hat mit Beginn des neuen Jahres turnusgemäß den Vorsitz in der Agrarministerkonferenz übernommen.

Als Blaupause für eine bundesweite Strategie könne der Tierschutzplan in Niedersachsen dienen, sagte Meyer – er findet, sein Land habe auf diesem Gebiet bereits Maßstäbe gesetzt. So sollten künftig keine trächtigen Rinder mehr geschlachtet werden. Auch das Kupieren von Schnäbeln bei Legehennen und von Ringelschwänzen bei Schweinen müsse gestoppt werden. In Niedersachsen erhalten Landwirte, die auf diese Praktiken verzichten, eine Prämie.

Meyer forderte eine verbindliche Tierwohl-Etikettierung von Fleischprodukten. Diese Kennzeichnung sei nötig, um Landwirte für ihre besseren Haltungsbedingungen mehr zu honorieren.

Nach dem Vorbild der Pflichtkennzeichnung bei Eiern soll es für Fleisch vier Kategorien geben, mit denen Verbraucher auf der Verpackung informiert werden, wie artgerecht die Tiere gehalten wurden. Das Vorhaben von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU), der ein freiwilliges Label plant, sieht Meyer als unzureichend.

Im Laufe des Jahres soll nach Meyers Vorstellungen auch Schluss sein mit dem Töten frisch geschlüpfter männlicher Küken. In Niedersachsen werden jährlich 27 Millionen männliche Küken vergast. Die Küken seien für die Eierproduzenten wertlos und für die Fleischproduktion ungeeignet.

Der Bundesagrarminister habe angekündigt, dass in diesem Frühjahr die technischen Voraussetzungen erreicht werden, um die Geschlechterdifferenzierung bereits im Ei vorzunehmen, sagte Meyer. Dies würde es ermöglichen, diese Eier weiterzuverarbeiten und nicht ausbrüten zu lassen. „Bund und Länder sollen gemeinsam prüfen, inwieweit die Brütereien bei der Umstellung unterstützt werden können.“