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Aktualisiert vor 23 Minuten.

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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Reisen: Wann erholt sich die Kreuzfahrt?

04.07.2020

Miami Eigentlich hatte die Kreuzfahrt nur 14 Tage dauern sollen. Für viele Passagiere wurde es ein fast einmonatiger Horrortrip. Als die Diamond Princess am 20. Januar mit 2666 Gästen und 1045 Crew-Mitgliedern in Yokohama ablegte, hatte keiner mit einer wochenlangen Quarantäne gerechnet. Am 4. Februar kam die Schocknachricht: Die Corona-Seuche ist an Bord, zehn Reisende wurden bereits positiv getestet. „Das Schiff wird mindestens 14 Tage in Quarantäne bleiben“, erklärte der – wie die deutsche Aida – zum US-Tourismus-Riesen Carnival gehörende Kreuzfahrtveranstalter Princess Cruises.

Was folgte, mit zehn Toten, brachte eine Branche in Not, die Skandale und Kritik zuvor einfach abschüttelte. Nun hofft sie auf ein Comeback.

Wie sehr der Branche das Wasser bis zum Hals steht, lässt sich an den Aktien der Marktführer Carnival, Royal Caribbean und Norwegian Cruise Line ablesen. Die Kurse sind seit Jahresbeginn um 65 bis 75 Prozent gefallen.

Carnival etwa schrieb im zweiten Quartal einen Verlust von enormen 4,4 Milliarden Dollar (3,9 Mrd Euro). Die Konkurrenz ist ebenfalls tief in die roten Zahlen geraten.

Die Corona-Pandemie hat die Konzerne gleich in mehrerer Hinsicht hart getroffen. Durch die weltweiten Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung des Virus kam das Geschäft komplett zum Erliegen. Dadurch stehen hohen Fixkosten plötzlich so gut wie keine Einnahmen gegenüber.

Doch die Probleme gehen darüber hinaus. Die Virusausbrüche an Bord mehrerer Schiffe, die auf der Suche nach Anlegemöglichkeiten wochenlang auf hoher See herumirrten, kratzen am Image der ohnehin umstrittenen Branche.

Die hohen Infiziertenzahlen legten auch grundsätzliche Bedenken offen: Wegen ihrer vielen älteren Passagiere mit Gesundheitsrisiken entstand der Eindruck von Kreuzfahrtschiffen als perfekten Nährböden für Infektionen.

Plötzlich fand sich die Branche im Mittelpunkt einer weltweiten Gesundheitskrise wider. Dabei gerieten auch die alten Kritikpunkte wieder stärker in den Fokus. Ob Steuer- und Umweltsünden, Ausbeutung von Niedriglohnarbeitern oder mangelnde Sicherheit – Vorwürfe gibt es viele. Kreuzfahrten gelten inzwischen zudem als Inbegriff des kritisch betrachteten „Übertourismus“.

Bis zum Frühjahr 2020 sah alles so gut aus. Dem Branchenverband CLIA zufolge stiegen die jährlichen Passagierzahlen im Kreuzfahrtmarkt von 2009 bis 2019 von 17,8 Millionen auf 30 Millionen. Für 2020 war eigentlich mit einem erneuten deutlichen Anstieg auf 32 Millionen Passagiere gerechnet worden. Dann kam das Coronavirus.

Wie es jetzt weitergeht, ist schwer einzuschätzen. Doch die Zuversicht auf ein rasches Comeback, die auch an der Börse vorübergehend schon für Euphorie sorgte, ist erst mal wieder verflogen. In Teilen Amerikas steigen die Infiziertenzahlen, das hat die Pläne zurückgeworfen.

Die Kreuzfahrtanbieter hätten sich geeinigt, ihre pandemiebedingte Pause freiwillig zu verlängern und den Betrieb von US-Häfen aus bis zum 15. September – statt 24. Juli – ruhen zu lassen, teilte die CLIA jüngst mit. Etwa die Hälfte der Kreuzfahrtpassagiere weltweit sind Amerikaner, was eine Rückkehr zum Geschäftsalltag vorerst unmöglich macht.

Abgeschrieben werden sollte die Kreuzfahrtindustrie aber nicht, meint Analyst Brandt Montour von der Großbank JPMorgan. Die Nachfrage nach solchen Reisen sei weiter groß – besonders, da die US-Kundschaft überraschend risikobereit sei.

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