Mountain View/Seattle - Die Erzrivalen Google und Microsoft wollen einander nicht mehr bei Regulierungsbehörden angreifen. Microsoft habe beschlossen, die Beschwerden gegen Google zurückzuziehen, sagte ein Sprecher dem Technologieblog „Recode“.
„Wir werden uns weiterhin darauf konzentrieren, aktiv um Geschäft und Kunden zu konkurrieren.“ Auch Google erklärte, man wolle, dass die Unternehmen nicht in rechtlichen Streitigkeiten, sondern mit ihren Produkten im Wettbewerb stünden.
Die Nachricht kam am Freitag, kurz nachdem die europäischen Kartellwächter Google den Missbrauch einer Marktdominanz beim Smartphone-System Android vorgeworfen hatten. Microsoft hatte mit seinen Beschwerden einen Anstoß für die jahrelangen Wettbewerbsermittlungen der EU-Kommission gegen Google gegeben.
Zunächst warf Brüssel dem Internet-Konzern vor einem Jahr die Benachteiligung von Konkurrenten und Verbrauchern bei der Shopping-Suche vor. In den Verfahren gab es inzwischen auch diverse andere Beschwerdeführer außer Microsoft. Der Windows-Konzern stand selbst lange im Visier europäischer Wettbewerbshüter und zahlte Hunderte Millionen Euro an Bußgeldern.
Die beiden Branchen-Schwergewichte konkurrieren unter anderem bei Cloud-Diensten, Büroprogrammen, der Websuche und Betriebssystemen. Zwischen ihnen war schon häufig eine unverhohlene Feindseligkeit durchgebrochen.
