Essen - Der Gesundheitszustand des seit fast fünf Monaten in Untersuchungshaft sitzenden früheren Topmanager Thomas Middelhoff hat sich nach Angaben seiner Verteidiger weiter verschlechtert. Der 61-jährige Manager befinde sich seit Dienstag erneut zur Behandlung im Universitätsklinikum Essen, teilten die Rechtsanwälte mit. Die behandelnden Ärzte gingen von einer seltenen Autoimmunkrankheit aus.

Die Verteidiger beantragten sofortige Haftprüfung. Aus ihrer Sicht besteht bei Middelhoff Haftunfähigkeit.

Scharfe Kritik übten Middelhoffs Rechtsanwälte erneut an den Haftbedingungen ihres Mandanten und der zunächst unzulänglichen Behandlung der Erkrankung. Dass Middelhoff in den ersten Haftwochen mindestens alle 15 Minuten kontrolliert worden sei, bezeichneten sie als „unter keinem denkbaren Gesichtspunkt gerechtfertigten Schlafentzug“.

Die Essener Vollzugsanstalt wollte nach eigenen Angaben durch die regelmäßigen Sichtkontrollen einen Suizid verhindern. „Das Leben des Gefangenen hat Vorrang“, sagte Anstaltsleiter Alfred Doliwa.