Köln - Der frühere Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, hat erneut die Verantwortung für die spektakuläre Pleite des Handelsriesen von sich gewiesen. Bis zu seinem Ausscheiden habe er an einer Fusion der Arcandor-Tochter Karstadt mit dem Konkurrenten Kaufhof gearbeitet, berichtete Middelhoff am Mittwoch im Kölner Landgericht: „Das war mehr als eine Möglichkeit.“
Auch für die anderen Konzernsparten hatte Middelhoff nach seinen Worten vielversprechende Zukunftspläne entwickelt. „Dass Arcandor voll sanierbar war und große unternehmerische Chancen bot, war für mich klar.“
Middelhoff berichtete außerdem über frühe Pläne zur Zerschlagung des später in Arcandor umbenannten Karstadt-Quelle-Konzerns. Schon Anfang 2005 hätten die Großaktionärin Madeleine Schickedanz, der Immobilienunternehmer Josef Esch, Vertreter der Bank Sal. Oppenheim und er Pläne geschmiedet, das Unternehmen von der Börse zu nehmen und in seine Einzelteile zu zerlegen. Die Pläne seien jedoch gescheitert, weil es nicht gelungen sei, einen Investor zu finden. Middelhoff hätte nach den im Gericht präsentierten Unterlagen im Erfolgsfall Aussicht auf eine Prämie von 100 Millionen Euro gehabt.
