MIDDELSFäHR - In Deutschland meist geliebt und verhätschelt, in anderen Ländern oft lästig und misshandelt: „Zwischen einem Hundeleben hier bei uns und in Südeuropa gibt es große Un­terschiede“, sagt Tierschützerin Sabine Bijnen aus Middelsfähr. Sie gehört zum Vorstand des Tierschutzvereins „Hundeleben retten“.

Der Verein mit Hauptsitz in Gießen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hunde aus spanischen Tötungsstationen, den Pareras, zu retten und an Tierfreunde in Deutschland zu vermitteln. Dazu arbeiten die Mitglieder eng mit Tierschützern in Spanien zusammen.

In den Tötungsstationen werden eingefangene oder abgegebene Straßenhunde einige Tage lang aufbewahrt und warten auf ein neues Zuhause. „Findet sich das nicht, werden sie getötet“, berichtet Bijnen. „Dabei wird kein Unterschied gemacht, ob die Tiere jung oder alt, krank oder kerngesund sind.“ Die Tiere dort haben kaum Wasser, auch jetzt im Hochsommer nicht, und meist nur schlechtes, verdorbenes Futter. Auch die Tötungsmethode sei sehr qualvoll für die Tiere.

Gemeinsam mit ihrem aus den Niederlanden stammenden Mann und weiteren Tierschützern aus Friesland und Wilhelmshaven opfert Sabine Bijnen viel Zeit und Geld, um Hunde aus diesem Martyrium zu befreien und sie in liebevolle Hände nach Deutschland oder Holland zu vermitteln. Impfungen, Kastration, Entwurmung und weitere Formalitäten bis zur Reise nach Deutschland kosten pro Hund gut 400 Euro.

Für den Flug ins neue Leben benötigen die Hunde Flugpaten, die den Vierbeiner quasi als zusätzliches Gepäckstück aus ihrem Spanien-Urlaub mitnehmen. Das müssen nicht die gleichen Personen sein, die später den Hund bei sich zu Hause aufnehmen wollen. Um die Formalitäten kümmert sich der Verein, der die Hunde auch aufpäppelt und zur Hundeschule schickt, wo sie die üblichen Kommandos lernen und stubenrein werden. Jeder vermittelte Hund aus Spanien sei das Geld und die Strapazen wert, sagt Bijnen. Kontakt für weitere Infos unter Tel. 04421/972131 oder E-Mail an info@hundeleben-retten.de