MIDDOGE/JEVER - Als sich Jens Gerdes im Sommer 1998 in Middoge mit seinem Garten- und Landschaftsbaubetrieb selbstständig gemacht hat, wurde er lange belächelt: Das 150-Seelen-Dorf garantiert nicht gerade viel Lauf für einen Betrieb. „Uns war damals schon klar, dass Middoge nicht der Nabel der Welt ist, aber inzwischen haben wir uns einen guten Namen erarbeitet“, sagt Gerdes. Über einen Mangel an Aufträgen kann er jedenfalls nicht klagen: „Unser Auftragsbuch ist voll“, sagt der Gartenbauer.
Dennoch ist ab demnächst Schluss in Middoge: Gerdes verlegt seinen Betrieb mit zurzeit zehn Mitarbeitern nach Jever. Im Gewerbegebiet am Bullhamm hat er eine 550 Quadratmeter große Halle samt Büroräumen gebaut. Mitte Januar nimmt der Middoger Garten- und Landschaftsbaubetrieb dort die Arbeit auf.
Die „Gartenlust“ von seiner Frau Frauke Büsing-Gerdes behält ihren Sitz in Middoge. „Ich wäre gerne auch in Middoge geblieben, aber dort hatte ich keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr“, bedauert er. Das ist in Jever anders: Sein Grundstück im Gewerbegebiet bietet ausreichend Platz für Maschinenpark und Ausstellungsfläche.
„Wir sind hier einfach dichter dran an den Kunden“, nennt Gerdes einen weiteren Vorteil seines Umzugs nach Jever.
Am neuen Standort will er neben seinen Dienstleistungen rund um die Gestaltung und Anlage des Gartens als neuen Schwerpunkt die Gartenplanung in den Vordergrund rücken. „Die Anlage eines Gartens wird immer wichtiger und immer mehr Gartenbesitzer machen sich Gedanken, wie sie ihren Garten noch schöner machen können“, weiß er.
Als Verstärkung hat er sich für diesen Bereich die Gartenbau-Ingenieurin Jutta Huck ins Boot geholt.
Auch in den anderen Bereichen könnte Jens Gerdes Verstärkung gebrauchen, doch es sei gar nicht so einfach, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, hat er festgestellt. „Man merkt schon, dass der Nordwesten, was Fachkräfte angeht, etwas ab ist vom Schuss“, meint er.
Er setzt große Hoffnungen auf den Jade-Weser-Port: „Der Hafen gibt der Region einen etwas höheren Stellenwert. Vielleicht wird es irgendwann so sein, dass Fachkräfte aus dem Süden hierher in den Norden kommen statt umgekehrt.“
