Friesoythe - „Arbeitslosigkeit oder finanzielle Überforderung kann der Ausgangspunkt einer sehr vielschichtigen Konfliktlage sein“, sagt Erna Schulte-Weßels. Sie ist Leiterin der Allgemeinen Sozialberatung (ASB) des Caritas-Sozialwerks (CSW), Barßeler Straße 24 in Friesoythe. Dort stellte sie jetzt den Jahresbericht 2014 vor. Häufig ziehe ein Problem das nächste nach sich: „Wird man arbeitslos, ist die Wohnung gefährdet, wächst der Schuldenberg, gibt es Eheprobleme, steigt das Suchtrisiko, werden die Kinder verhaltensauffällig und vieles mehr.“
Die Allgemeine Sozialberatung ist eine Informations- und Beratungsstelle sowie eine erste Anlaufstelle für Menschen in wirtschaftlichen Notlagen, bei rechtlichen Fragen und persönlichen Problemen. Das Hilfsangebot ist kostenlos, niederschwellig und offen für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Nationalität und Konfession.
2014 wandten sich 214 Haushalte an die Allgemeine Sozialberatung. Insbesondere Familien und Alleinerziehende mit geringem Einkommen suchten Hilfe. In 63 Prozent der Haushalte lebten Kinder. Die Hilfesuchenden kamen aus dem Nordkreis Cloppenburg (Dekanat Friesoythe) mit den Gemeinden Bösel, Barßel, Saterland und Garrel sowie der Stadt Friesoythe. Zwei Haushalte kamen aus dem Südkreis Cloppenburg. Mit 79 Prozent war die weit überwiegende Anzahl der Hilfesuchenden weiblich.
Vorwiegend wandten sich Hilfesuchende wie auch schon in den Vorjahren aufgrund einer finanziellen Notlage an die ASB. Danach folgten die Haushalte, die familiäre Schwierigkeiten als ersten Grund der Kontaktaufnahme nannten. Oft gab es auch Fragen zu Bescheiden von Ämtern. Viele Ratsuchende benötigten Hilfe beim Ausfüllen von Formularen oder bei Verwaltungsakten.
„Ein besonders schwieriges Thema ist die Wohnungssuche“, betont Erna Schulte-Weßels. Nach wie vor sei es besonders im Stadtgebiet Friesoythe sehr schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. „Besonders für ältere Personen und Familien mit Kindern sind die Mieten kaum bezahlbar“, so die Diplomsozialpädagogin. Sozialwohnungen gäbe es nur sehr wenige.
Erhöhten Beratungsbedarf gab es im Vergleich zum Vorjahr bei alleinlebenden Personen, die aufgrund einer Veränderung ihres Lebensumstandes oder ihrer gesundheitlichen Verfassung keine Leistungen vom Jobcenter erhielten. „Wer eine geringe Rente wie Witwen-, Erwerbsunfähigkeits- oder Erwerbsminderungsrente bezieht, für den sind besondere Lebenslagen oft ein unüberwindbares Problem“, sagt Erna Schulte-Weßels. Die Energienachzahlung, die Mietkaution, eine kaputte Waschmaschine oder die Zuzahlung zu einer neuen Brille könnten dann nicht geleistet werden, weil zu wenig Einkommen da sei, um Rücklagen zu bilden. Durch den Wegfall der Sozialleistungen vom Jobcenter gäbe es für diesen Personenkreis dann auch keine Möglichkeit mehr, zinslose Darlehn von dort zu erhalten.
Von den 214 Haushalten, die bei der ASB um Rat fragten, waren 72 Alleinerziehende mit insgesamt 127 Kindern. „Oftmals sind Alleinerziehende besonders armutsgefährdet“, weiß Erna Schulte-Weßels. In den meisten Fällen bezogen die Alleinerziehenden und ihre Kinder ergänzende Leistungen vom Jobcenter
Bei Bedarf vermittelt die ASB die Ratsuchenden an spezialisierte Beratungsstellen weiter. „Sehr wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit den kirchlichen Einrichtungen, den kommunalen Institutionen sowie dem Jobcenter“, berichtet Erna Schulte-Weßels. Die Allgemeine Sozialberatung des Caritas-Sozialwerkes in Friesoythe ist unter
