Bremervörde/Krummhörn/ - Die Verbraucher müssen mit kräftig steigenden Preisen bei Milchprodukten und Säften rechnen. Aldi Süd hob am Freitag nach einer Verhandlungsrunde mit Molkereien den Milchpreis um 9 Cent je Liter an. Das sind je nach Fettgehalt bis zu 20 Prozent mehr.

Erfahrungsgemäß orientieren sich an den Aldi-Preisen – Aldi Nord ging in der Vergangenheit immer im Gleichschritt mit – die großen Supermarkt-Gruppen in ihrer untersten Preislage. Edeka und Rewe hielten sich am Freitag aber noch bedeckt. Der Discounter Lidl will sich bei Milch „marktkonform“ verhalten und ebenfalls Preiserhöhungen vornehmen.

Zuletzt war bereits Butter der untersten Preislage durch zwei Preiserhöhungen um gut ein Viertel teurer geworden. Hintergrund sind eine geringere Milchmenge und eine gute Auslandsnachfrage. Deshalb hatten die Molkereien in der jüngsten Verhandlungsrunde mit den einzelnen Handelskonzernen über neue Milch-Halbjahresverträge gute Karten.

Milchbauern bewerten die sich andeutende Trendwende angesichts erheblich gestiegener Kosten insbesondere für Energie und Futtermittel als Schritt in die richtige Richtung. „Das war dringend notwendig“, zeigte sich Heinz Korte (Bremervörde), Vizepräsident des Landesbauernverbands Landvolk Niedersachsen, im Gespräch mit der NWZ  erleichtert. „Wir hoffen, dass diese Entwicklung anhält.“ Er wies darauf hin, dass mit dieser Erhöhung erst wieder das Preisniveau von vor einem Jahr erreicht worden sei.

Als zweischneidig bezeichnete Karin Mansholt (Krummhörn), Mitglied des Beirats Niedersachsen im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), die Erhöhung. „Natürlich begrüßen wir es, wenn wir Milchbauern mehr Geld bekommen“, sagte sie, allerdings komme nur ein kleiner Teil der Preisanhebung auch bei den Erzeugern an.


Nicht nur bei Milch gibt es einen Preissprung. Apfelsaft wurde laut Marktbeobachtern bei Aldi um 10 Cent je Liter teurer. Das entspricht einem Plus von bis zu 15 Prozent.