Bremen - Das Deutsche Milchkontor (DMK), Deutschlands größte Molkerei, will das Exportgeschäft weiter ausbauen. Während die Nachfrage nach Milchprodukten in Europa stagniere, nehme sie weltweit rasant zu. „Das Exportgeschäft ist eines der Schlüsselelemente für unser Unternehmen“, sagte Josef Schwaiger, Sprecher der DMK-Geschäftsführung, am Dienstag in Bremen. „Das Wachstum wird nicht aus Europa kommen“, betonte Michael Feller, Vertriebsgeschäftsführer des genossenschaftlich organisierten Unternehmens.
2012 lag der Anteil der Ausfuhren bei 37,5 Prozent des Gesamtumsatzes von rund 4,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,6 Milliarden). Bis 2015 soll der Exportanteil nach Aussage von Feller auf mehr als 40 Prozent und langfristig sogar auf mehr als 45 Prozent steigen.
China und Nordafrika
Wachstumspotenziale sieht Feller vor allem in China, den GUS-Staaten, dem Mittleren Osten, Nordafrika, Südamerika und Afrika. „Wir wollen dort eine lokale Präsenz aufbauen und nachhaltiges Wachstum generieren“, sagte Feller. Den Heimatmarkt wolle DMK dabei aber nicht vernachlässigen, betonte er.
Insgesamt zeigte sich die DMK-Führung zufrieden mit dem Geschäftsjahr, das immer noch geprägt war von der Umsetzung der Fusion. DMK war 2011 aus dem Zusammenschluss der Genossenschaften Nordmilch (Bremen) und Humana Milchunion (Everswinkel) entstanden.
„Trotz der im Frühjahr 2012 eingebrochenen Märkte für Trinkmilch und für Produkte der ,weißen Linie’ konnten wir unseren Umsatz und den Jahresüberschuss in etwa auf Vorjahresniveau halten“, so Schwaiger. Der Gewinn lag 2012 bei rund 20 Millionen Euro. In den ersten Monaten 2013 konnte DMK steigende Umsätze verzeichnen.
Die 6240 Mitarbeiter verarbeiteten 2012 rund 6,6 Milliarden Kilogramm Milch. Die Eigenkapitalquote im Gesamtkonzern stieg auf 36 Prozent. „Das ist eine sehr gute Basis, um sich nach vorne entwickeln zu können“, meinte Finanzchef Volkmar Taucher. Im laufenden Jahr will DMK rund 160 Millionen Euro investieren, u.a. in die Werke Zeven (Milchpulver) und Georgsmarienhütte (Käse).
Über Durchschnitt
Im Grundsatz zufrieden zeigte sich die DMK-Geschäftsführung auch mit der Entwicklung der Milchauszahlungspreise. 2012 erhielten die rund 9800 aktiven DMK-Milcherzeuger im Durchschnitt 31,43 Cent pro Kilogramm. Das sei zwar ein leichter Rückgang gegenüber 2011. Das selbst gesetzte Ziel, im Durchschnitt mehr zu zahlen als Vergleichsmolkereien, habe man aber erreicht. Angesprochen auf das Murren verschiedener Erzeuger räumte Taucher aber ein: „Es ist noch Luft nach oben da.“
2013 zogen die DMK-Preise dann weiter an, bis Mai im Schnitt auf 33,4 Cent je Kilo und im Juni sogar auf 35 Cent je Kilo. „Wenn die positiven Markteinflüsse anhalten, werden die Preise wahrscheinlich weiter deutlich nach oben gehen“, prognostizierte Taucher.
Dies schlage sich natürlich auch in steigenden Verbraucherpreisen nieder. „Die Konsumentenpreise in Deutschland sind im europäischen Vergleich aber weiterhin eher am unteren Ende zu finden“, betonte Schwaiger.
