Elsfleth/Neuenfelde - Egal, wo und wann sich in diesen Wochen die Grünlandbauern der Region zu ihren Jahreshauptversammlungen zusammenfinden: alle bewegt das gleiche Thema und das heißt „Milchpreis“. Auch der Elsflether Landvolkverein machte auf seiner Mitgliederversammlung im Neuenfelder Bürgerhaus keine Ausnahme. „Rien ne va plus – nichts geht mehr“ brachte der Vorsitzende Hans-Jürgen Pansegrau die aktuelle Situation auf einen Roulette-Nenner.

Wie ihre Berufskollegen der diversen Ortsteile hatten auch die Elsflether Landwirte an zahlreichen Kundgebungen und Demonstrationen teilgenommen.

Gemeinsam hatten die Bauern vor den Zentralen der Ketten und Discounter auf ihre Nöte aufmerksam gemacht und Protestnoten überreicht. Unter dem Motto „Hochwertige Lebensmittel erfordern einen fairen Preis“ hätten sich die Bauern gegen die Verramschung der Milch und Milchprodukte gewehrt, sagte Pansegrau.

Nach seiner Ansicht sind die Grenzen der Belastbarkeit der Höfe längst überschritten. Ein noch schwaches Licht am Milchhorizont ist die Hoffnung auf einen steigenden Bedarf an Butter, Voll- und Magermilchprodukten in China, signalisiert von der EU. Der russische Markt ist wegen des Embargos für EU-Milchprodukte noch gesperrt. Trotz der trüben Aussichten haben auch die Elsflether Bauern engagiert und verantwortungsvoll ihren Job gemacht, zog der Vorsitzende Bilanz.

Dass ihr Berufszweig mit der eigenfinanzierten Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“ das Image aufpolieren kann, darauf hoffen nicht nur die Elsflether Grünlandbauern. Hans-Jürgen Pansegrau: „Vielleicht können wir mit dieser Aktion die Verbraucher sensibilisieren, bisher ist eine Verbesserung der Lage jedoch noch nicht eingetreten.“ Informationen zur Image-Kampagne gibt es im Internet.