• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Milchpreise könnten weiter sinken

17.06.2015

Bremen Deutschlands größter Molkereikonzern DMK (Deutsches Milchkontor) befürchtet in diesem Jahr weiter fallende Milchpreise – oder bestenfalls eine Stabilisierung auf dem derzeit niedrigen Niveau. „Es wird nicht besser werden in diesem Jahr“, sagte Dr. Josef Schwaiger, Sprecher der Geschäftsführung, am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz in Bremen.

DMK-Zahlen für 2014

Verarbeitete Milchmenge: 6,8 Milliarden Kilogramm (2013: 6,7 Milliarden) Umsatz: 5,32 Milliarden Euro (2013: 5,31 Mrd.) Jahresüberschuss: 42,3 Millionen Euro (2013: 51,7 Millionen) Eigenkapitalquote: 37,5 Prozent (34,9 Prozent) Investitionen: 201,6 Millionen Euro (2013: 118 Mio.) Mitarbeiter: 7440 (davon 260 Auszubildende) Milcherzeuger: rund 8900 Durchschnittlicher Milchpreis: 36,8 Cent/kg (2013: 37,4 Cent/kg)

Die Auswirkungen bekommt auch die Genossenschaft zu spüren: Der Umsatz sank in den ersten vier Monaten 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 300 Millionen Euro auf 1,56 Milliarden Euro. Wenn die Entwicklung so weitergehe, sei auch für das Gesamtjahr mit einem Umsatzrückgang zu rechnen, so Schwaiger.

Entscheidend für die weitere Entwicklung am Markt sei vor allem die weltweite Milchmenge. „Sollte die Milchmenge weiter ansteigen, wird der Markt weiter unter Druck geraten“, prognostizierte er. Erschwerend käme hinzu, dass den hiesigen Milchbauern wegen der russischen Sanktionen einer der wichtigsten Exportmärkte weggebrochen sei. Zudem sei die Nachfrage aus China rückläufig gewesen.

In den ersten vier Monaten 2015 zahlte DMK seinen 8900 Milcherzeugern im Schnitt 28,6 Cent pro Kilo Milch. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 39,3 Cent gewesen.

Skeptisch äußerte sich Schwaiger zur Forderung von Bauern und Politikern nach Markeingriffen. Auch in der Zeit der Mengeregulierung habe es starke Preisschwankungen gegeben. Ohnehin wäre die Wirkung einzelner Maßnahmen in Deutschland begrenzt. „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es einen Weltmarkt gibt“, sagte er.

Um den Absatz zu sichern und flexibler auf Schwankungen reagieren, will DMK sowohl das Auslandsgeschäft ausbauen als auch an den hiesigen Standorten weiter kräftig investieren. Allein in den vergangenen drei Jahren habe DMK rund 500 Millionen in neue Technologien investiert, so Schwaiger. 2015 wolle DMK weitere rund 200 Millionen in die Werke stecken.

Auch weitere Zukäufe schloss Schwaiger nicht aus. Erst kürzlich hatten – wie berichtet – DMK und der zweitgrößte niederländische Käsehersteller DOC Kaas einen Zusammenschluss beschlossen, womit die DMK Group in Europa auf Platz 6 vorrückt.

Mit dem vergangenen Jahr zeigte sich die DMK-Führung abgesehen von der Preisentwicklung denn auch zufrieden. Der Umsatz habe mit 5,3 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau gelegen. Der Gewinn sank zwar um mehr als 9 Millionen Euro auf 42,3 Millionen Euro, was aber laut DMK im wesentlichen auf außerordentliche Effekte durch die Schließung eines Eiscremewerks zurückzuführen sei. „Kurs gehalten, Etappenziele weitestgehend erreicht, leider etwas Wind von vorne, was die Milchpreisentwicklung angeht“, fasste Volkmar Taucher, Geschäftsführer Finanzen, das Jahr zusammen.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2041
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.