Seefeld/Butjadingen - Die Raiffeisen-Warengenossenschaft Butjadingen-Seefeld ist ein Spiegelbild der Landwirtschaft. Und wenn es ihren wichtigsten Kunden wegen der Milchpreiskrise schlecht geht, kann es der Genossenschaft nicht richtig gut gehen.
„Vor dem Hintergrund der Krise sind wir mit unserem Umsatz im Geschäftsjahr 2015 aber durchaus zufrieden“, sagte der Geschäftsführer Heiko Plump am Montagabend während der Generalversammlung in der Landgaststätte Seefelder Schaart. 2014 war für die Genossenschaft das beste Geschäftsjahr seit ihrer Gründung; diese Zahlen dürften so bald nicht wieder zu erreichen sein. Der Gewinn betrug diesmal 11 800 Euro.
Mengen bleiben stabil
Der Rückgang betrifft vor allem die Preise und weniger die Mengen. Besonders der enorme Preisverfall bei Brenn- und Treibstoffen sei mit 1 Million Euro schon erheblich, sagte Heiko Plump. Insgesamt erreichte der Warenumsatz 2015 einen Wert von 17,179 Millionen Euro, 2,025 Millionen Euro oder 10,5 Prozent weniger als 2014; damals hatte die Genossenschaft knapp die 20-Millionen-Euro-Marke erreicht.
Der Mengenumsatz sank um 2,3 Prozent auf 49 112 Tonnen. Steigerungen gab es dagegen beim Eingang: Die Bauern verkauften der Genossenschaft 22 Prozent mehr Getreide und 12 Prozent mehr Raufuttermittel als 2014.
Markt modernisiert
Weil es den Mitgliedern und Kunden nicht gut geht, beließ es die Genossenschaft dabei, schon begonnene Investitionen zu beenden und darüber hinaus eine moderate Weiterentwicklung zu verfolgen. So wurde 2015 in Seefeld die neue Halle in Betrieb genommen, die deutlich rationellere Arbeitsabläufe ermöglicht, wie Heiko Plump sagte. Zudem wurde der Haus- und Gartenmarkt in Seefeld modernisiert und im April 2016 in Betrieb genommen – eine Stärkung des Standortes Seefeld, wie es hieß.
Der Vorstandsvorsitzende Dieter Hülstede würdigte den Kauf des Fuhrparks des Abbehauser Transportunternehmens Dieter Petershagen vor gut einem Jahr. Diese Investition, die auch die Schaffung zweier neuer Arbeitsplätze erforderte, habe sich schon in kurzer Zeit als völlig richtig erwiesen, weil die Genossenschaft jetzt pünktlich auf alle Bauernhöfe liefern könne.
Neu in diesem Jahr ist die am Montag eingeweihte Filiale des Hermes-Versands in der Geschäftsstelle Burhave. Kurz vor dem Abschluss ist die Zertifizierung für die Auslieferung von Futtermitteln in Bioqualität. Damit reagiert die Genossenschaft darauf, dass die Ammerland-Molkerei, an die viele Bauern liefern, ihre Bioschiene stärken will. Heiko Plump schätzt den zu erwartenden Anteil auf 3 bis 5 Prozent.
Die Zahl der Mitarbeiter ist durch die bis zum 31. Dezember befristete Übernahme der beiden Auszubildenden Ann-Kathrin Heininger und Rumina Harjes auf 19 gestiegen; es gibt weiterhin 3 Auszubildende. Der Großteil der Mitarbeiter ist in der Hauptstelle Seefeld tätig, zweieinhalb Stellen gibt es in Burhave, eineinhalb in Ruhwarden.
