Sande - Die Kühe tun so, als ginge sie das heute überhaupt nichts an. Sie kauen ihr Futter, lassen ab und zu was fallen und grüßen etwas lustlos „Muh“, was wohl „Moin“ heißen soll, als Familie Gerdes mit einem Tross von Spitzenvertretern der niedersächsischen Milchwirtschaft, zahlreichen Gratulanten von den Nachbarhöfen und Medienvertretern durch ihre Stallanlagen gehen.
Hofschild überreicht
Margret und Jacob Gerdes, dessen 80-jährige Mutter Etta Gerdes sowie die beiden Mitarbeiter Fabian Bleckmann und Karl Bargen können stolz sein: Ihr Betrieb am Sillandweg in Sande-Gödens gehört zu den besten 16 Milcherzeugern Niedersachsens. Und damit das auch jeder sieht, der hier vorbeikommt, prangt seit Freitag das Hofschild mit einer goldenen Kuh und dem Milchlandpreis für nachhaltiges Wirtschaften an der Hofzufahrt.
Es ist nicht das einzige Schild draußen am Tor. Etliche Plaketten von Milchwirtschaft und Zuchtverbänden vergangener Jahre zeigen, dass hier Landwirte ihrem Beruf nachgehen, bei denen schon immer das Tier im Mittelpunkt steht. Seit mehr als drei Jahrzehnten betreiben Margret und Jacob Gerdes Milchwirtschaft. 92 Hektar Grünland haben sie von Karl-Georg Graf von Wedel gepachtet. Sie bewirtschaften einen Hof mit 120 Milchkühen und 115 weiblichen Nachzuchttieren. Die Familie setzt auf Ganztagsweidehaltung mit Zufütterung. Jährlich werden 1,1 Millionen Kilo Milch erzeugt. Die liefern sie an die Molkerei Ammerland in Wiefelstede. Noch jeden Tag auf dem Hof: Etta Gerdes. Die 80-Jährige kommt vier Kilometer aus Neustadtgödens angeradelt und hilft beim Melken.
Mit dem Hofschild würdigt die Landesvereinigung der Milchwirtschaft das hohe Managament-, Qualitäts- und Leistungsniveau der 16 besten Milcherzeuger Niedersachsens, erläutert Vorsitzender Herbert Heyen. „Der Milchlandpreis steht heute als Markenzeichen für den Managementerfolg landwirtschaftlicher Betriebe und für Nachhaltigkeit in der Erzeugung.“
Vorzeigebetrieb der Region
Heiko Hinrichs von der Molkerei Ammerland sprach der Familie Gerdes seine Hochachtung für den Erfolg im Milchlandpreis aus: Die Auszeichnung bestätige, dass wir es hier mit einem Vorzeigebetrieb der Region zu tun haben. „Das ist gut für die Region und gut für das Image der Milch“, so Hinrichs.
Auch Bürgermeister Josef Wesselmann freute sich, dass es nach den vielen Negativ-Schlagzeilen der Lebensmittelbranche wieder gute Nachrichten gebe.
Wesselmann deutete zudem an, dass der ramponierte Sillandweg, der wegen des Rückbaus am Ostiemer Berg momentan als alternative Verbindung zwischen Schortens und Sande stark genutzt wird, in nicht „allzu ferner Zukunft“ saniert werden soll.
