Hannover - Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen sieht im Russland-Embargo die Hauptursache für die derzeitige Krise in der deutschen Milchwirtschaft. Auch die Wirtschaftskrise in China und der sinkende Erdölpreis trügen dazu bei, sagte Geschäftsführer Frank Feuerriegel der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ (Dienstagsausgabe). Diese drei Faktoren führten auf den wichtigsten Absatzmärkten zu einer rückläufigen Nachfrage nach Milch und Milchprodukten.

Wenn auf der anderen Seite in den USA, Australien und vielen EU-Ländern immer mehr produziert werde, brächen die Preise ein. Der Geschäftsführer appellierte an die Politik, alle Kräfte zu bündeln, „dass das Russland-Embargo aufgehoben werden kann“. Vor allem den Landwirten, die gerade erst investiert hätten, um zu wachsen, werde sonst „bald alles um die Ohren fliegen“, prognostizierte Feuerriegel. Auf Preisschwankungen seien die Betriebe immer eingestellt. Aber die Tiefpreisphase halte jetzt schon seit anderthalb Jahren an. „Das wird zum Problem.“

Eine Umstellung auf Biolandwirtschaft, wo die Milchpreise derzeit fast doppelt so hoch seien wie für konventionell produzierte Milch, komme nur für einen kleinen Teil der Bauern infrage, sagte der Experte: „Es geht um Flächen- und Fütterungsanforderungen, die nicht jeder erfüllen kann.“ Bio bleibe weiterhin ein Nischenmarkt.