Hannover - Die Milchwirtschaft im zweitgrößten deutschen Erzeugerland Niedersachsen pocht auf eine langfristige Sicherung der Milchpreise. Zwar seien alle Preisanhebungen einzelner Ketten im Moment hilfreich für die Branche, da dann immer auch andere nachzögen, sagte der Vorsitzende der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen, Jan Heusmann, mit Blick auf die jüngsten Ankündigungen von Lidl, Aldi und Netto. „Leider gelten diese Kontrakte, und das ist weniger bekannt, zum Teil für nur kurze Zeit und nur für einzelne Produktgruppen.“
Die Einzelhandelsketten wollen den Milchpreis um vier und den Butterpreis um zehn Cent anheben. Doch sei das für die niedersächsische Milchwirtschaft wichtige Segment Käse zum Beispiel nicht von den Preisanhebungen betroffen, sagte Heusmann am Donnerstag der dpa. „Wir wünschen uns natürlich, dass sich langfristig etwas an den Verbraucherpreisen für Milchprodukte ändert. Nur so können die Milchbauern ihre Betriebe langfristig sichern.“ Es werde zudem Zeit, dass die Bemühungen der Landwirte um Tierwohl und regionale Landschaftspflege angemessen belohnt würden.
Das größte deutsche Molkereiunternehmen, das genossenschaftlich organisierte Deutsche Milchkontor (DMK), verwies darauf, dass in den kommenden Wochen die Preisverhandlungen für Molkereiprodukte zwischen Molkereien und Handel abgeschlossen werden sollen, die sogenannte „Weiße Linie“.
Die europäische Milchbranche stehe in einem weltweiten Wettbewerb und müsse sich den entsprechenden marktwirtschaftlichen Einflüssen stellen. „Der derzeit ausgezahlte Milchpreis spiegelt eine - übrigens weltweit - schwierige Marktsituation wider, für die es unterschiedliche, so wenig vorhersehbare wie beeinflussbare Ursachen gibt“, betonte ein Unternehmenssprecher.
