London/New York/Leverkusen - Beim Übernahmepoker in der Pharmaindustrie werden die Einsätze immer höher. Der US-Pharmakonzern Pfizer stockte am Freitag sein Kaufangebot für den britisch-schwedischen Konkurrenten Astra-Zeneca um rund fünf Milliarden Euro auf rund 77 Milliarden Euro auf und holte sich doch erneut eine Abfuhr des Rivalen. Astra-Zeneca werde in dem Angebot „massiv unterbewertet“, urteilte die weltweite Nummer acht der Branche nur wenige Stunden nach der Offerte.

Käme die Übernahme zustande, wäre es die größte Transaktion in der Pharmabranche seit Jahren. Pfizer kam nach Angaben auf seiner Webseite 2013 auf rund 90 000 Beschäftigte weltweit, AstraZeneca zählt über 50 000 Mitarbeiter.

Unterdessen steht der Pharma- und Chemiekonzern Bayer nach Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg kurz vor dem milliardenschweren Erwerb der Sparte für rezeptfreie Medikamente des US-Konzerns Merck & Co. Die Leverkusener bereiten sich auf einen Preis von 14 Milliarden US-Dollar (rund 10 Milliarden Euro) vor.

Im Prinzip seien sich die Konzerne einig, arbeiteten aber weiterhin an Details, hieß es. Eine Ankündigung des Geschäfts dürfte demnach in den kommenden Tagen erfolgen. Erst am Mittwochabend war der britische Konzern Reckitt Benckiser aus dem Rennen um die Übernahme der Merck-Sparte ausgestiegen.