Papenburg/Rostock - Spektakulärer Erfolg für die Papenburger Meyer Werft: Die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat zwei Kreuzfahrtgiganten bei den Papenburger Weltmarktführern bestellt. Die Neubauten würden nach gängigen Größeneinheiten die größten je in Deutschland gebauten Kreuzfahrtschiffe, sagte ein Sprecher der Meyer Werft am Montag. Die Höhe des Auftrags liege im Milliardenbereich, hieß es.

Zudem setzt Meyer technologische Maßstäbe für die Branche, für die Umweltschutz immer wichtiger wird: Bei den neuen Schiffen werde ein sogenanntes „Green-Cruising-Konzept“ umgesetzt. Als weltweit erste Kreuzfahrtreederei werde Aida Cruises ihre neue Schiffsgeneration zu 100 Prozent mit Flüssigerdgas (LNG) betreiben. Dadurch würden die Emissionen von Rußpartikeln und Schwefeloxiden vollständig vermieden. Aida setze damit ein Zeichen für den Umweltschutz, sagte Präsident Michael Ungerer. Für Ralf Nagel vom Verband Deutscher Reeder (Hamburg) ist das Verwenden von LNG schon jetzt ein wichtiger Beitrag der Branche, noch umweltfreundlicher zu werden.

Die Schiffe sollen den Angaben zufolge 2500 Kabinen haben. Damit bieten sie deutlich mehr Platz als jene beiden Schiffe, die zurzeit in Japan für Aida Cruises gebaut werden und etwa 1650 Kabinen haben.

Die Kreuzfahrtriesen sollen 2019 und 2020 die Flotte auf insgesamt 14 Schiffe verstärken. 2015 und 2016 werden die zwei in Japan gebauten Schiffe in Betrieb genommen. Aida ist eigenen Angaben zufolge deutscher Branchenführer im Kreuzfahrtgeschäft.

Von den aktuell zehn Aida-Schiffen wurden sieben bei der Meyer Werft gebaut. Zwei Neubauten wurden an die frühere Aker MTW vergeben, einer ins finnische Turku. Schon im August 2014 hatte es Spekulationen gegeben, dass Aida zu Meyer zurückkehren wolle. Dies war allerdings nicht bestätigt worden. Für Oktober dieses Jahres ist die Auslieferung des Schiffsneubaus „Aidaprima“ geplant.


„Wir freuen uns über das in uns gesetzte Vertrauen, um dieses ehrgeizige Neubauprogramm umzusetzen“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter der Meyer Werft, Bernard Meyer. In den Büchern seiner Werft stünden nun insgesamt neun Kreuzfahrtschiffe. Vom Aida-Mutterkonzern Carnival Corporation seien zudem zwei weitere Schiffe avisiert, die in Turku gebaut werden sollen. Meyer hatte kürzlich den finnischen Mitbewerber übernommen. An den Werft-Standorten in Papenburg, Rostock und Turku arbeiten insgesamt knapp 5000 Beschäftigte, 3100 alleine in der Werft an der Ems.

„Vor allem durch das kontinuierliche Wachstum von Aida haben wir Deutschland inzwischen zum zweitgrößten Kreuzfahrtmarkt der Welt entwickelt“, sagte Michael Thamm, Chef der Costa-Gruppe. „Wir freuen uns sehr, die langjährige, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Meyer Werft fortzusetzen.“ Aida Cruises gehört zur Costa-Gruppe des Carnival-Konzerns.