Bonn/Hannover - Briefträger im Ausstand – Postsäcke bleiben stehen: Viele Kunden der Deutschen Post haben am Mittwoch vergeblich auf Briefe, Päckchen oder Pakete gewartet. Bundesweit folgten 3400 Zusteller dem Aufruf der Gewerkschaft „Verdi“ zu Warnstreiks.
Deswegen seien 2,4 Millionen Briefe und mehr als 100 000 Pakete nicht zugestellt worden, teilte „Verdi“ mit. Ein Sprecher der Post bestätigte die Behinderungen in den Regionen. Das Bonner Unternehmen stellt jeden Tag im Schnitt mehr als 60 Millionen Briefe und Pakete zu. Die Warnstreiks sollen an diesem Donnerstag weitergehen.
Schwerpunkte der Arbeitsniederlegungen am Mittwoch waren nach Angaben von „Verdi“ städtische Ballungsgebiete in ganz Deutschland. Betroffen waren u.a. Berlin, Hamburg, Kiel, Lübeck, Düsseldorf, Köln und Bonn sowie Wiesbaden, Karlsruhe, Nürnberg und Dresden. In Niedersachsen beteiligten sich Postbeschäftigte u.a. in Hannover, Braunschweig, Celle, Göttingen und Goslar an dem Warnstreik. Rund 200 Beschäftigte kamen zu einer Kundgebung für höhere Löhne nach Hannover. Im Oldenburger Land, Ostfriesland und Bremen gab es nach Angaben einer Post-Sprecherin hingegen keine Arbeitsniederlegungen.
„Wir unternehmen alles, um betriebsbedingte Auswirkungen von Warnstreiks für unsere Kunden so gering wie möglich zu halten“, erklärte der Konzernvorstand der Post, Jürgen Gerdes.
Auch in den nächsten Tagen könne es zu Verzögerungen vor allem bei der Briefzustellung kommen. Die Zustellung von Paketen sei derzeit nur in geringem Umfang betroffen. „Verdi“ will den Streik am Donnerstag in andere Bereiche bei der Post verlagern. Die Zusteller sollen wieder zur Arbeit kommen, sagte ein Sprecher. Denkbar sind Arbeitsniederlegungen in Briefzentren.
„Unsere Mitglieder sind entschlossen. Wir haben die klare Erwartung, dass der Arbeitgeber in der nächsten Tarifrunde ein einigungsfähiges Angebot vorlegen muss“, betonte „Verdi“-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Am 25. April kommen die Tarifpartner in Neuss zu weiteren Gesprächen zusammen.
Für die 132 000 Tarifbeschäftigten fordert „Verdi“ sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 140 Euro mehr im Monat. Bislang legte die Deutsche Post noch kein Angebot vor.
