Oldenburg/Osnabrück - Bandenmäßigen Betrug wirft die Staatsanwaltschaft Oldenburg vier Verantwortlichen von Firmen aus dem Solaranlagenbereich vor. Die Beschuldigten sollen 270 private Solarparkinvestoren um insgesamt mehr als 13 Millionen Euro betrogen haben.

Nach der Mitteilung der Staatsanwaltschaft betrieben die vier Manager von 2009 bis 2011 in Osnabrück, Hamburg und Kelkheim ein Firmengeflecht, um private Solarparkinvestoren um ihr Anlagekapital zu bringen.

Dabei hätten die Beschuldigten Teile von Solarparks an private Anleger veräußert und diese anschließend zurückgepachtet. Hierbei garantierten sie den Anlegern einen festen Pachtzins für mehrere Jahre.

Tatsächlich, so die Ermittlungen der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück, seien die Anleger in zweifacher Hinsicht getäuscht worden. Der Pachtzins sei nicht durch die Einspeisevergütungen gedeckt gewesen, sondern sei nach dem Schneeballsystem durch die Anwerbung anderer Anleger bezahlt worden. Darüber hinaus seien mehr Teile von Solarparks verkauft worden, als tatsächlich existiert hätten. Zwei der beteiligten Firmen seien inzwischen insolvent.

Über den Fall soll demnächst die Wirtschaftskammer des Landgerichts Osnabrück verhandeln. Die hat bislang noch nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden, so dass derzeit auch noch keine konkreten Verhandlungstermine feststehen.


Mit entsprechenden Entscheidungen ist relativ schnell zu rechnen, weil einer der Beschuldigten, ein 36 Jahre alter Mann, seit dem vergangenen Wochenende wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft sitzt.

Jürgen Westerhoff