Minden/Im Nordwesten - Auch Tankstellen in Niedersachsen spüren die knappe Versorgungslage mit Benzin und Diesel. „Es ist ein punktuelles Problem, vereinzelt haben Mitgliedtankstellen angerufen“, sagt Thomas Drott, Geschäftsführer des Bundesverbandes Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche in Minden, der NWZ.
Auf Whatsapp und Facebook kursiert aktuell ein umstrittener Kettenbrief, der zum Boykott von Tankstellen wegen der hohen Kraftstoffpreise aufruft. Demnach sollen Autofahrer in Deutschland am 26. November nicht tanken.
In Frankreich protestieren Autofahrer bereits seit Tagen in gelben Warnwesten und mit Barrikaden aus brennenden Reifen gegen die hohen Benzin- und Dieselpreise. Hintergrund dort ist aber die Anhebung der Kraftstoffsteuern.
Wegen der niedrigen Rheinpegel können Tankschiffe nicht voll beladen werden, weshalb vor allem in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz an einigen Tankstellen in den vergangenen Wochen Kraftstoff knapp geworden ist. Die NRW-Landesregierung prüft jetzt ein Aussetzen des Sonntagsfahrverbots für Tanklastwagen – für das kommende Wochenende, spätestens aber für das übernächste Wochenende, erklärt Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU).
In Niedersachsen habe es Tankstellen gegeben, die vorübergehend für ein paar Stunden nicht alle Kraftstoffsorten oder gar keinen Kraftstoff liefern konnten, berichtet Drott. „Es sind temporäre Ausfälle. Die Versorgung ist nicht gefährdet.“
Das bestätigt auch Klauspeter Köhn, Geschäftsführer des Oldenburger Heizölhändlers „Köhn & Plambeck“, dessen Tankstellen am Donnerstag noch nicht betroffen waren. Aber: „Die Logistik ist ein großes Problem.“ Zeitweise gebe es an Tanklagern Wartezeiten von bis zu fünf Stunden, weil die Schiffe wegen Niedrigwassers nicht mit voller Ladung die Weser rauf in Richtung Bremen fahren können.
Gleiche Töne von Stefan Jung, Sprecher von Westfalen: „Wir sind zum Glück selbst nicht betroffen, müssen aber wahnsinnig viel improvisieren.“ So müssten die Lkw zum Teil mehr Fahrten auf der Straße leisten. „Der Kunde kriegt das nicht mit.“ Aber: „Es entstehen natürlich Mehrkosten – die Benzinpreise sind im Moment relativ hoch.“
