Wildeshausen/Altona - „Massentierhaltung, Agrarfabriken und Lohnmästerei zu Billigpreisen müssen abgeschafft werden“, sagte Christian Meyer, Landtagsmitglied vom Bündnis 90/Die Grünen bei einem Vortragsabend im Hotel Gut Altona. Dort veranstalteten am Donnerstagabend das Bündnis 90/Die Grünen und das Bündnis MUT (Mensch, Umwelt, Tier) eine Debatte über die Zukunft der niedersächsischen Landwirtschaft.

Es referierten Christian Meyer und Stig Tanzmann von „Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst“ vor gut 55 Gästen über die Entwicklung des Landkreises zur industriellen Landwirtschaft.

Den Anfang machte Entwicklungshelfer Tanzmann, der über die „globalen Handelsbedingungen am Beispiel Huhn“ die deutsche und europäische Überproduktion im Fleischsegment kritisierte.

„Die Fleischproduktion in Deutschland ist in den letzten zehn Jahren von 6,8 auf 8,7 Millionen Tonnen gestiegen.“ Jedoch würde hier nur das hochwertige Fleisch, das zum Teil sogar noch aus Brasilien importiert werden würde, konsumiert. Innereien und altes Fleisch würden unter extrem unhygienischen Bedingungen nach Afrika exportiert. Das Fleisch sei nicht frisch, da es jedoch so günstig sei, finde es in Afrika guten Absatz. „Das macht in einigen Ländern den Fleischmarkt kaputt und vernichtet Arbeitsplätze“, sagte Tanzmann.

Meyer (Grüne) sagte: „Es ist ein Skandal, dass im Moment in Niedersachsen große Tierhöfe subventioniert und die Überproduktion gefördert wird. Gleichzeitig unterstützen CDU/FDP den Abbau von Bürgerrechten.“ Die Grünen würden für eine Stärkung der Verbraucherrechte kämpfen. Steuergelder dürfe es nur für ökologische und tierfreundliche Produktion geben.


Durch die anschließende Diskussion leiteten Birte Wachtendorf, Kandidatin der Grünen, Wahlkreis Oldenburg-Land, und Uwe Behrens, Vorstandsmitglied des MUT.