Hannover/Wolfsburg - Grimmig, böse oder kuschelig – die Rückkehr der Wölfe in Niedersachsen mit geschätzt 60 Tieren beschäftigt gleich mehrere Tage die fast 400 Teilnehmer einer internationalen Wolfskonferenz des Naturschutzbundes (Nabu), natürlich in Wolfsburg. Wo sonst. In Hannover dagegen gibt es politischen Streit.

Staunend verfolgen in Wolfsburg Wissenschaftler, Naturschützer und Politiker die Präsentation einer aktuellen Forsa-Umfrage unter 2000 Bürgern. Danach nennen 80 Prozent der Über-18-Jährigen die Rückkehr des Wolfes „erfreulich“. Aber: 30 Prozent der Befragten haben auch „Angstgefühle“, wenn sie in einen Wald gehen, in dem Wölfe vermutet werden. Im Oldenburger Land sowie auf dem Militärgelände in Munster kam es auch zu Annäherungen bis auf wenige Meter mit dem Menschen. Zwei Peilsender verfolgen seitdem jede Bewegung von zwei Jungwölfen.

Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne), ein bekennender Wolfsfreund, geht deshalb auch auf Risiken ein. „Mir ist sehr bewusst, welche Sorgen und teilweise auch Ängste mit der Rückkehr des Wolfes verbunden sind. Diese Sorgen nehmen wir sehr ernst“, sagte Wenzel. „Die Sicherheit des Menschen steht hier an erster Stelle.“

Die Landesregierung lässt sich die Wolfspopulation in Niedersachsen einiges kosten, nicht nur in Form von drei „Wolfsberatern“. So zahlt das Land bis Jahresende 450 000 Euro für „Präventionsmaßnahmen“ und 50 000 Euro für Schäden durch den Wolf, beispielsweise das Töten von Weidetieren. In den kommenden beiden Jahren klettern diese Ausgaben nochmals erheblich auf je 800 000 Euro.

Die CDU-Landtagsfraktion spricht von einem Erfolg für den Artenschutz, der aber „sehr teuer ausfällt“. „Man könnte mit dem gleichen Geld 500 Flüchtlingsfamilien ein Jahr lang medizinisch betreuen“, rechnet Fraktionssprecher Eike Frenzel vor.