Wildeshausen/Altona - Mit 110 Jahren zwar ein „alter Knacker“, aber immer jung geblieben. Das meint zumindest Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Er kürte am späten Freitagabend im Hotel „Gut Altona“ den diesjährigen Gewinner des Wirtschaftspreises der Mittelstandsvereinigung (MIT) und der Stadt Wildeshausen: den Handels- und Gewerbeverein (HGV) Wildeshausen. Unter großem Applaus nahmen HGV-Vorsitzender Johannes Lenzschau und die Vorstandsmitglieder Jürgen Poppe, Andreas Hauth und Tom Lagerpusch die Trophäe, die Skulptur „Triumph“, entgegen.

Nach Logiplan, Schulgründer Wolfgang Rixen, Landmaschinen Schröder, Hermes Systeme, der Stiftung Johanneum, Frisörmeister Bernd Niester, Hydrotec Technologies AG und dem Hotel „Gut Altona“ wurde der Preis zum neunten Mal vergeben. Anlässlich des 20. Geburtstages der MIT wurde im Vorjahr zudem ein Ehrenpreis dem Unternehmer Reinhold Stöver verliehen.

Mit seinen rund 170 Mitgliedern sei der HGV immer wieder bestrebt, Menschen und Interessengruppen zusammenzubringen, so Schünemann in seiner Laudatio. Das Motto laute „Integrieren statt separieren“. Der Verein versuche, die Kluft zwischen den Geschäften der Innenstadt und am Westring zu überbrücken, kümmere sich um Veranstaltungen wie „Gänsemarkt“ oder „Gruselnacht“ und sorge dafür, dass Fußgänger, Rad- und Autofahrer gemeinsam die Innenstadt erleben könnten. Angesichts der vielen Aktivitäten zeigte sich Schünemann überzeugt, dass in Wildeshausen bald die „Brötchentaste“ für Kurzzeitparker eingeführt werde.

Lenzschau bedankte sich für die Ehrung. Der größte Erfolg des HGV sei es, „die Stadt Wildeshausen positiv als aktive Kommune und Wirtschaftsstandort darzustellen“.

Zuvor hatte MIT-Vorsitzender Manfred Wulf mehr als 250 Gäste begrüßt – darunter den Ersten Kreisrat Carsten Harings und Wildeshausens stellvertretenden Bürgermeister Wolfgang Sasse. Wulf kritisierte, dass die Stadt zeitgleich zum Empfang eingeladen habe, obwohl der MIT-Termin schon seit Monaten feststand.


Wulf rief Politik, Verbände und Verwaltung dazu auf, den „Stillstand“ in Wildeshausen zu beenden. Ihm sei es nicht egal, wenn die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zurückbleibe oder sich das Image verschlechtere. Wildeshausen brauche „begeisterte Unternehmer, die sich für unsere Stadt einbringen“. Die MIT fordere „ein Wirtschaftsförderkonzept, das seinen Namen auch verdient“. Noch im Februar wolle die MIT gemeinsam mit dem HGV-Vorstand ein Gespräch mit dem Bürgermeister führen.

Nach Preisvergabe, Generalversammlung mit Ehrungen und einem Grünkohlessen schlossen sich launige Auftritte von „Elise Plietsch“ (alias Dette Zingler) und Rhetorik-Trainer Torsten Koschnitzke an. Gefeiert wurde bis in die frühen Morgenstunden.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent