Göhren-Lebbin - Bauern und Molkereien sollen angesichts stark gesunkener Preise freiwillig weniger Milch produzieren und dazu möglicherweise staatliche Anreize erhalten. Dafür haben sich die Agrarminister der Länder ausgesprochen. Die Politik sei bereit, dies mit staatlichen Bonushilfen zu flankieren, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ressortchef Till Backhaus (SPD) als Vorsitzender zum Abschluss der Agrarministerkonferenz in Göhren-Lebbin.

Die Länder forderten den Bund auf, Mittel dafür bereitzustellen oder bei der EU einzuwerben. Drücke das nicht spürbar die Milchmenge, solle der Bund die EU dazu bringen, den Ausstoß vorübergehend entschädigungslos zu drosseln. Backhaus zufolge werden Signale der Marktteilnehmer bis Sommer erwartet.

„Wir müssen den Marktteilnehmern die Möglichkeit geben, sich beim Preis selbst zu einigen“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Milchbauern hatten vor der Konferenz Bedenken gegen derartige Vorschläge geäußert. Sie fürchten, bei Verhandlungen mit den Molkereien den Kürzeren zu ziehen.

Ein „Nanny-Prinzip“, wonach die Staaten oder die EU die Verantwortung für die Marktbeteiligten übernehme, lehne er ab, sagte Schmidt. Auch werde es kein Zurück zur Milchquote geben.