Ganderkesee/Delmenhorst - In Ganderkesee wird die Ortsumgehung Delmenhorst nicht gewollt – in Berlin aber schon. Das macht ein Schreiben aus dem Bundesverkehrsministerium an den Naturschutzbund (Nabu) jetzt noch einmal deutlich. Die Planung einer Umgehung sei „die einzig geeignete Lösung“ für die Verkehrsprobleme, die in Delmenhorst nach Fertigstellung der B 212neu entstünden, erklärt Thomas Mellmann, Referatsleiter im Ministerium. Er reagiert auf einen offenen Brief der Nabu-Ortsverbände Delmenhorst und Ganderkesee von Anfang Januar.
Dass die Ortsumgehung Delmenhorst nicht für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet wurde, ist für Mellmann kein Verhinderungs-Argument. „Die vom Land Niedersachsen im Dezember übergebene Liste (...) hat nur vorläufigen Charakter“, betont er. Die eigentliche Anmeldung der Straßenbauprojekte für den Verkehrswegeplan und den Bedarfsplan für Bundesfernstraßen solle bis September 2013 erfolgen.
Mellmann hatte bereits im vergangenen Oktober für große Verärgerung bei Ganderkeseer Entscheidungsträgern gesorgt: Ganderkesee müsse überzeugt werden, dass die Umgehung „hinnehmbar ist“, hatte er zu Besuchern aus Delmenhorst gesagt. „Dreist“ nannte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas diese Äußerung.
Unterdessen sieht die Interessengemeinschaft (IG) „B 212neu Freies Deich- und Sandhausen“ die direkte Folgewirkung der B 212neu auf eine Ortsumgehung Delmenhorst nun auch amtlich bestätigt. Sie verweist auf den Erlass des Bundesverkehrsministeriums zur Linienbestimmung der B 212neu. Darin heißt es wörtlich: „Erst mit Realisierung dieser Gesamtmaßnahme, bestehend aus B 212 und zusätzlicher Umfahrung, lassen sich die Probleme in Delmenhorst nachhaltig und langfristig lösen.“
