Wüsting - „Muuuh“ droht eine verärgerte Kuh Marey Pieper, um ihr Kalb zu beschützen. Doch Mareys Freundin und Fotografin, Leslie von Behrens, wollte sie und die Kuh am liebsten zusammen ablichten – mit etwa einem Meter Abstand. Irgendwann hatte die Kuh jedoch genug von dem Fotoshooting und scheuchte Marey und ihre Fotografin über die Weide, bis sie hinter dem Zaun verschwunden waren. Aber sowas nimmt die Wüstingerin gerne auf sich, um „Miss Landtage Nord“ zu werden.

Mareys Bewerbung zu der Wahl erfolgte eher spontan: „Da der Wettbewerb in Wüsting ist, dachte ich mir, ich versuche mal mein Glück.“ Ihre Bewerbungsfotos treffen genau das Ausschreibungsprofil: „Sei kreativ und ländlich schön.“ Erfahrungen im landwirtschaftlichen Bereich kann sie auch aufweisen. Auf dem Hobbybauernhof ihres Vaters kennt sie sich bestens aus, und mit dem Trecker war sie auch schon auf Wüstinger Felder und Straßen unterwegs. Ihre Landwirtschaftskenntnisse kommen ihr auch im Berufsleben zugute. Denn sie ist im dritten Jahr ihrer Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau bei der Firma Urban, die Kälbertränkeautomaten vertreibt. Durch den Beruf hat sie einige Erfahrung mit der Agrarmesse und ist während der Veranstaltung auf dem Urban-Ausstellerstand selbst anzutreffen.

Trotz ihrer Bewerbung beim Schönheitswettbewerb hält sich die Wüstingerin für kein typisches Mädchen. „Ich saß schon mit fünf Jahren auf dem Motorrad, und meine Leidenschaft ist Fußball.“ Sie spielt in der 2. Damenmannschaft bei den Sportfreunden Wüsting-Altmoorhausen im Mittelfeld. Daher kennt sie auch eine ihrer 19 Konkurrentinnen, Stefanie Köhrmann. Streit gibt es durch den Wettbewerb zwischen den beiden Fußballerinnen allerdings nicht. „Ich lasse die Misswahl langsam auf mich zukommen und schaue, was passiert“, sagt Marey entspannt.

Mit 1,66 Metern hat sie keine Modelgröße und setzt daher auf andere Stärken: „Meine Augen und Ausstrahlung sind meine besten Waffen.“ Wenn sie sich damit im Online-Voting durchsetzt, wird sie sich am Sonntag mit elf anderen Frauen in eleganter Garderobe und im Bewerbungsoutfit auf dem Laufsteg präsentieren. Im anschließenden Interview vertraut Marey auf ihre Spontanität.

Da die 20-Jährige in Wüsting aufgewachsen ist und dort ihre Ausbildung abschließen wird, will sie sich für ihren Heimatort besonders ins Zeug legen. „Der Miss-Titel soll schließlich in Wüsting bleiben“, zeigt sich Marey Pieper kämpferisch.

Anna-Lena Sachs
Anna-Lena Sachs Online-Redaktion (stv. Ltg.)