Berlin - Zu wenig Zeit zum Reden, hoher Kostendruck: Eine zu starke Ausrichtung am Umsatz statt am Patienten führt zu zahlreichen Missständen in den knapp 2000 Krankenhäusern in Deutschland. Das ist der Tenor einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Stellungnahme des Ethikrats, der die Politik in ethischen Fragen berät. Mit Blick auf das Patientenwohl gebe es „Anlass zur Sorge“. Der Rat forderte daher neue Weichenstellungen für die Kliniken. „Die Krankenhausversorgung befindet sich auf einem hohen Niveau, aber sie knirscht, weil sie unbalanciert ist“, sagte die Vorsitzende Christiane Woopen.
Die Kliniken tendieren demnach dazu, gewinnbringende Behandlungen im Übermaß anzubieten. Lücken entstünden dagegen bei der Versorgung weniger lukrativer Patienten. Verbesserungen sind demnach vor allem nötig für ältere Patienten, Menschen mit mehreren Krankheiten, Demenzkranke, aber auch für Kinder.
