Dötlingen - Walter Ulrich freute sich, als er am Sonnabend auf dem Mühlenplatz den 15. Erntewagen auf seiner Liste eintragen konnte. Im Vorfeld des Erntedankfestes hatte der Bürger- und Heimatverein Dötlingen die Landwirte sowie die Straßen- und Ortsgemeinschaften zur Teilnahme aufgerufen. Der Ruf wurde erhört. Die Anzahl der Fahrzeuge macht Mut für das kommende Jahr.
Historische Traktoren
Gut ins Bild passten die neun historischen Traktoren, die zum Teil mit Anhänger und altem Pflug von den Treckerveteranen aus Lüerte gestellt wurden. Vom Mühlenplatz fuhren die geschmückten Feldwagen zunächst „Zur Loh“. Die dortige Straßengemeinschaft hatte die Erntekrone gebunden. Ziel der Ausfahrt war der Ortsteil Barel.
Auf dem Kirchplatz erwarteten zahlreiche Dötlinger und Gäste die Ankunft der Feldfahrer. Auch ein kurzer Wolkenbruch mit Hagel ließ die Zaungäste nicht zu Hause bleiben. Fast pünktlich eröffnete Vorsitzender Eckehard Hautau die Veranstaltung auf dem Kirchplatz. Zur Begrüßung spielte der Posaunenchor unter Leitung von Heide Grotelüschen. Bis Festredner Friedrich Hollmann ans Rednerpult gerufen wurde, wurden verschiedene Darbietungen gezeigt.
Großen Beifall erhielt die Kindergartengruppe die die Geschichte von „Frederik, der Maus“ erzählte. Vorgestellt wurde die Gruppe durch Gudrun Löhlein, Tatjana Karanowa und Christiane Beneke Stimmung machten die „Schmüpfe“ unter anderem mit „Danz op de Deel“ unter der Leitung von Annemarie Hoffrogge. „Durch die Wüste zieht die Karawane“ boten die Schüler der Grundschule Dötlingen mit Lehrerin Ute Domski. Schließlich lag es an Friedrich Hollmann, Leiter des Hegeringes Dötlingen, die Festrede zu halten.
Hollmann, der vor elf Jahren schon einmal an selber Stelle stand, erinnerte an die Goldmedaille für Dötlingen im Jahr 2010 und das jetzt gute Abschneiden mit der Silber-Plakette auf europäischer Ebene. Wenn 200 000 Tagesgäste und 30 000 Übernachtungsgäste pro Jahr in den Ort kommen würden, dann habe das seinen Grund. „In Dötlingen scheint die Zeit etwas langsamer zu vergehen. Reiz und Charme des Ortes werden von den Gästen geliebt.“
„Aber Dötlingen ist erst über die Jahre zu dem geworden, was es jetzt ist. Die Flurbereinigung in 1960 machte Platz für Wachstum. Die Strukturen konnten sich verändern“, schlug Hollmann den Bogen zur Landwirtschaft. Die Preise für landwirtschaftliche Produkte würden heute stagnieren. „Um als Landwirt den Lebensstandard halten zu können, ist er gezwungen, immer mehr zu produzieren. Die Maschinen und die Ställe müssen immer größer werden.“ Die Strukturwende verlaufe in stetig schneller werden Bahnen. Flächenverknappung treibe die Pachtpreise auf neue Höhen. Einen Hof heute zu erhalten, sei eine überaus schwierige Aufgabe. Hollmann rief die Landwirte und alle anderen Einwohner auf, Kontakte zu pflegen, um Vorurteile und Verunsicherungen abzubauen.
Feier auf Diekmeyer-Hof
Mit einer weiteren Vorführung der Tanzgruppen „Flipside“ und „Streetgirls“ von Nadja Bothe und dem Auftritt des MGV und des Gemischten Chores sowie dem gemeinsam gesungenen „Heil dir o Oldenburg“ endete der Festakt.
Im Anschluss brachten die Anwohner von der Loh die Erntekrone auf die Diele des Diekmeyer-Hofes, wo es am Abend ein buntes Unterhaltungsprogramm mit dem Stimmenimitator Mr. Fromm und Döntjes sowie einer „Dessous-Schau“ von Heike Herks aus Achtermeer gab.
