Ermke - Zusammen sind die drei Vorstandsmitglieder der Jagdgenossenschaft Ermke 258 Jahre alt. Nun haben Hubert Werrelmann, Hans Tebben und Raimund Seidel nach 118 Vorstandsjahren ihre Ämter einem jüngeren Jagdvorstand mit dem neuen Jagdvorsteher Gerd Henke übergeben.

„Es ist gut gewesen. Wir wollten nicht wie Joopi Heesters von beiden Seiten gestützt werden müssen und so zu den Sitzungen kommen“, begründete Hubert Werrelmann, mit 84 Jahren der Jüngste der drei Vorstandsmitglieder und seit 46 Jahren Jagdvorsteher in der Jagdgenossenschaft Ermke, den Rücktritt. Deutlich länger amtierte Schriftführer Hans Tebben. Seit 1959, also seit 57 Jahren, führt der 89-Jährige die Bücher. Erst 15 Jahre dabei und damit fast ein Newcomer ist der 85-jährige Raimund Seidel, der für die Finanzen zuständig war.

„Wir haben in Ermke nie nennenswerten Ärger gehabt. Das Wichtigste ist es, mit den Leuten auszukommen“, erzählt Hubert Werrelmann. „Wir schreiben als Jagdvorstand die Verpachtung der Jagd aus. In Ermke stehen ungefähr 1200 Hektar zur Verfügung. Das durch die Verpachtung eingenommene Geld wird dann entsprechend der Größe des Landbesitzes an die Bauern ausbezahlt“, erläutert Werrelmann. „Wir haben es immer geschafft, dass die Jagd an Ermker Jäger verpachtet wurde. Immer konnten wir, auch wenn es mal Meinungsverschiedenheiten gab, alles im Guten lösen“, ergänzt Hans Tebben.

Auf Vorschlag des alten Vorstands sollen in nächster Zeit die beiden Spielplatzgemeinschaften und die Wegegenossenschaft bei ihren Aufgaben unterstützt werden. „Für den neuen Jagdvorstand verbleibt dann noch ein kleines Startkapital, damit er das Kotelett auf den Mitgliederversammlungen der Jagdgenossen davon noch bezahlen kann“, so Hubert Werrelmann.

Unter der Leitung von Wahlleiter Berthold Abeln wurde dann Gerd Henke zum neuen Jagdvorsteher gewählt. Er wird unterstützt durch Schriftführer Bernhard Brinkmann und Kassenwart Erwin Rump.


Mit einem großen Korb voller Ermker Spezialitäten bedankte sich der neue Jagdvorstand bei den Vorgängern, die dieses Amt so lange so gut ausgeübt hätten. „Ich glaube, in Niedersachsen gibt es keinen Jagdvorstand, der länger im Amt gewesen ist“, lobten die Nachfolger.