Neuenkoop - Auf eine Reise von Oldenbrok nach Banjul ging es für die Neuenkooper Landfrauen bei ihrem ersten Treffen in diesem Jahr. Zwar nur auf der Leinwand, aber dafür mit vielen genauso interessanten wie amüsanten Reiseeindrücken. Inse Böning war dieses Mal als Gastreferentin zu dem Treffen eingeladen worden, um von ihrer abenteuerlichen Afrika-Tour zu berichten.

Doch bevor die Oldenbrokerin mit ihrem persönlichen Reisetagebuch startete, gab es von Inge Kayser und Gertrud Rüdebusch einen Vortrag über Lebensmittelverschwendung, der gut zum Thema passte.

Anschließend startete Inse Böning mit ihrem Reisebericht. Nach einer überstandenen Brustkrebserkrankung im Jahr 2009 benötigte die vierfache Mutter dringend eine Auszeit. Als ihre Freundin Edith dann von dem Konvoi erzählte, der jedes Jahr mit alten Autos nach Gambia zieht, war sie sofort von der Idee, dort mitzufahren, hellauf begeistert.

Vollgestopft bis unter das Dach mit Altkleidern und anderen ausrangierten, aber in dieser Region sehr begehrten Dingen, startete am 27. Dezember 2010 die vierwöchige Tour. Dabei war das Ziel für Inse Böning damals eigentlich eher nebensächlich. „Ich hätte meine Freundin in meiner Situation auch nach Schweden oder Griechenland begleitet“, erinnert sich die Referentin. Gedanken über eventuelle Gefahren, die auf der rund 8000 Kilometer langen Strecke lauern könnten, machte sie sich keine, denn für den Teamleiter Dieter Schweer war es bereits die 29. Reise in das Land.

Die vielen mitgenommenen Dinge und sechs Fahrzeuge sollten im Laufe der Reise verkauft werden, um damit den Rückflug zu finanzieren. Damit man mit der Bevölkerung in Kontakt kam, wurde stets um die Ware gefeilscht. „Ein Hilfskonvoi war es darum eigentlich nur für mich ganz persönlich“, erklärte Böning.


Über verschneite französische Bergpässe bahnte sich der Konvoi seinen Weg durch Spanien über das Mittelmeer nach Marokko. Mit jedem Kilometer Richtung Äquator wurde die Strecke riskanter. Es ging durch die Sahara mit Dromedaren, über Serpentinen des Atlasgebirges und an Wanderdünen vorbei. Der nötige Zusammenhalt der neunköpfigen, zufällig zusammengewürfelten Reisegruppe war ein ganz besonderes Erlebnis. Genauso wie die Pannen der für hiesige Verhältnisse fast schrottreifen Fahrzeuge, die auf abenteuerliche Weise immer wieder repariert wurden.

Nach dem Passieren Senegals gelangte die Truppe aber schließlich doch noch wohlbehalten nach Gambia, wo ein alter Bekannter des Tourleiters später den Verkauf der Fahrzeuge übernahm, so dass alle mit dem Flugzeug den Rückflug antreten konnten.