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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Mit Atmosphäre bei Kunden punkten

09.08.2014

Oldenburg Mitten im Famila Einkaufsland in Oldenburg-Wechloy, am zentralen Marktplatz, spielen Eltern mit ihren kleinen Kindern im Sand. Da werden mit kleinen Förmchen Kuchen gebacken oder Türme aufgeschichtet. In den Gängen schlendern in diesen Tagen auch auffallend viele Besucher im Urlaubmodus, sie schlecken Eis oder entspannen an der künstlichen Wasserfläche – trotz der schönen Sommer-Sonne draußen. „Das freut uns natürlich“, sagt Lutz Herbst, der Leiter des Centermanagements.

Entspannte Konsumenten, die mehr suchen als nur einfach billige Einkaufsmöglichkeiten – das passt in seine Vision von der Zukunft für Einkaufszentren: Sie punkten mit Wohlfühl-Atmosphäre. Und das ist auch ein starkes Argument gegen die ständig wachsende Konkurrenz des stationären Handels durch den Internethandel.

Neue Konzepte und Investitionen – das steht bei praktisch allen 460 Einkaufszentren in Deutschland in der Planung: Amazon & Co. werde das Feld nicht kampflos überlassen, sagte Einzelhandelsexperte Prof. Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein dem „Handelsblatt“.

„Wir sind keinesfalls gegen den Onlinehandel“, betont der Einkaufszentrum-Manager Herbst. Man könne sich der Entwicklung nicht entgegenstellen und dürfe auf keinen Fall „wie das Kaninchen vor der Schlange“ erstarren. Es müsse darum gehen, hier neue Chancen zu sehen und zugleich die eigenen Stärken konsequent zu nutzen.

Zu denen gehört nach Einschätzung von Herbst auch ein hoher Anteil von regionalen Händlern an den mehr als 100 Geschäften auf dem Einkaufland-Gelände. Das habe auch etwas mit Vertrauen zu tun, mit persönlichem Kontakt und Atmosphäre bei Beratung und Service. Generell könne man eben im Einkaufszentrum die verschiedensten Produkte auch „anfassen, riechen, wahrnehmen, ein gutes Gefühl entwickeln“, bevor man sie kaufe – anders als im Internet.

„Einkaufszentren“, sagt Herbst, „sind für alle da“. Und er hat in seinem Büro eine Grafik zur Einzelhandelsentwicklung, die hier auch gute Chancen für die Einkaufszentren in den nächsten Jahren aufzeigt, auch in der Tradition der Warenhäuser.

Einkaufszentren wie das Famila Einkaufsland Wechloy setzen auf „Erlebnis“, sagt Herbst. Und er fragt: „Welches Erlebnis kann der PC, kann das Internet bieten?“

Den „Mehrwert neben dem Shoppen“ betont auch Kathrin Landsmann, Center-Managerin der „Schlosshöfe“ in Oldenburg. Unter einem einzigen Dach werde eben viel geboten, auch an Service. Und man könne sich dort „treffen“. Facebook sei schön, aber das wirkliche Leben sei noch besser. Landsmann verweist auf zahlreiche Aktionen, die Publikum ins Einkaufszentrum bringen – und auch Faktoren wie Sauberkeit, Sicherheit oder Sitzmöglichkeiten in angenehmem Ambiente, einschließlich Pflanzen. Lutz Herbst vom Famila-Einkaufsland verweist auch auf kostenlose Parkplätze, Toiletten und generell die Nähe aller Geschäfte zum Parkplatz.

Einen speziellen Ansatz, um Einkaufszentren – auch gegen die Online-Konkurrenz – zu stärken, favorisiert Rolf Rabe, Chef der Maco-Unternehmensgruppe im Fachmarktzenrum Maco-City in Oldenburg-Osternburg: „Man muss die richtige Mischung finden“, sagt er. „Nur Handel – das geht nicht mehr.“ Deswegen hat er in seinen Immobilien auch Dienstleister als Mieter platziert: „Ein Fitnessstudio, eine Musical-Akademie und ein Tanzstudio fungieren als Frequenzbringer“, erläutert der Manager. Wichtig sei auch, Geschäfte in den Mix zu integrieren, die Produkte des täglichen Bedarfs anbieten. Und: „Man muss die Gebäudequalität stets auf aktuellem Stand halten.“

Und online? „Wir gehen den Weg mit und setzen auf eine Kombination“, sagt Kathrin Landsmann, und sie steht damit nicht allein. Nach dem laufenden Umbau in den Schlosshöfen werde es etwa eine Zone mit kostenloser Nutzung des WLAN-Netzes geben (eine Stunde).

Zudem würden an anderen Standorten der ECE-Gruppe neue Techniken getestet, die dann nach und nach auch in Oldenburg zur Attraktivitätssteigerung beitragen könnten – etwa mit einer „Shopping-App“ und laufenden lokalen Angebots-News fürs Smartphone oder mit einem elektronischen Zeitgenossen, der einem auf entsprechende Fragen zum Einkaufen auch Antworten gibt.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040
Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2102

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