Friesoythe/Altenoythe - Ein Projekt des Landesverbandes der Imker Weser-Ems „Imkerei trifft junge Landwirte und Gärtner“ hat jetzt in Altenoythe stattgefunden. 25 Schüler aus dem ersten Lehrjahr der BBS Friesoythe trafen sich dazu in der Sozialen Arbeitsstätte Altenoythe des Caritas-Vereins Altenoythe. Das Projekt soll dazu dienen, die Zusammenarbeit von Imkern und Landwirten zu verbessern und die angehenden Landwirte aus Sicht der Imker zu informieren.

Zusammen mit den Teilnehmern der Imker-AG der Sozialen Arbeitsstätte wurden die angehenden Landwirte zunächst theoretisch an das Thema „Biene, Landwirtschaft und Imkerei“ herangeführt. Geleitet wurde das Projekt von Andreas Scheibel aus Löningen (Vorsitzender des Imkervereins Löningen und Gruppenleiter des Vitus-Werks Meppen) sowie von Michael Thien (Imkerverein Friesoythe und Meppen, Gruppenleiter in der sozialen Arbeitsstätte Altenoythe). Beide sind Hobbyimker und leiten eine Imker-AG als arbeitsbegleitende Maßnahme mit behinderten Menschen in ihren Einrichtungen.

Den Azubis wurde erklärt, wie wichtig die Bienen für die Bestäubung der Feldfrüchte wie Raps oder Obstbäume sind, aber auch, wie viele andere Lebensmittel auf die Bestäubung der Bienen und anderer Insekten angewiesen sind. Auch die Qualität und die Größe der Früchte und Samen werden bei der Bestäubung deutlich gesteigert. Ebenso reifen Feldfrüchte gleichmäßiger und schneller.

Keiner der Lehrlinge wusste zum Beispiel, das Bienen sich für Ihre täglichen Sammelflüge bis zu drei Kilometer vom Bienenstock entfernen. Das hat vor allem bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln eine große Bedeutung. Auch Kulturen, die normalerweise nicht von Bienen beflogen werden wie Getreide oder Kartoffeln werden bei Läusebefall von Bienen beflogen, da die Läuse Honigtau absondern, der von ihnen gesammelt wird.

Keiner der jungen Azubis konnte sich vorstellen, dass man früher auf einer längeren Urlaubsreise mit dem Auto Zwischenpausen einlegen musste, um die Windschutzscheibe von Insektenresten zu befreien. Dieses einfache Beispiel zeigt den starken Rückgang der Insekten, die nicht nur Bestäuber sind, sondern in der Nahrungskette auch als Futter für Vögel und anderen Tieren wie Fasanen und Rebhühnern dienen.

Ebenso wurde den Lehrlingen vermittelt, dass sich Landwirte und Imker gegenseitig brauchen. Der Imker nutzt die Trachten der Landwirte, der Landwirt braucht die Bienen für eine sichere und gleichmäßige Bestäubung seine Früchte.


Nach der Theorie ging es zu den Bienen an der Sozialen Arbeitsstätte. Sechs Völker werden dort gehalten. Rähmchen mit Bienen, Bienenbrut, Honig und Pollen wurden aus den Magazinen geholt und den Schülern erklärt. Da die Drohnen keinen Stachel haben, konnten einige die Bienen direkt in die Hand nehmen und Honig konnte mit dem Finger aus der Wabe genommen werden.

Wie in jedem Jahr ließ Scheibel sich freiwillig von einer Biene in den Finger stechen, um zu demonstrieren, wie sich der Stachel mit Stachelapparat immer weiter in den Finger bohrte, obwohl sich daran keine Biene mehr befand. Der Imkerschleier wurde nicht benötigt, alle Azubis kamen ohne Bienenstich davon – dank jahrzehntelanger Zuchtarbeit der Imkerschaft.