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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Internetbrief: Mit Bundesadler auf Kundenfang

17.07.2010

OLDENBURG Auf den ersten Blick wirkt die vermeintliche Agenturausschreibung, die ein Oldenburger Versicherungsmakler in dieser Woche in seinem Briefkasten vorfand, seriös: Eine DIN-A4-Doppelseite, überwiegend in sachlichem Grau gehalten, in der Kopfzeile der Bundesadler und die stilisierte deutsche Flagge. Daneben der Schriftzug „Ein Projekt der Bundesregierung“. Absender des Schreibens ist die Firma „ediPost“ (Electronic Digital Post) mit Sitz in Ulm. Das Unternehmen bezieht sich darin auf das De-Mail-Gesetz, das der Bundestag bis zum Jahresende verabschieden will.

Der Hintergrund: Die De-Mail soll künftig als eine sicherere Variante der E-Mail den elektronischen Versand rechtsverbindlicher, terminrelevanter und sensibler Dokumente ermöglichen. Sowohl Absender als auch Empfänger müssen zweifelsfrei identifiziert sein. E-Mail-Provider wie Web.de oder GMX beteiligen sich an dem Projekt.

Als einer dieser Provider wirbt nun ediPost in seinem Schreiben nicht nur für den eigenen De-Mail-Dienst, sondern ruft zudem Agenturinhaber dazu auf, gegen Zahlung einer Gebühr von 750 Euro zur „Lizenz-Agentur“ zu werden. Durch die Registrierung und Identifizierung von De-Mail-Nutzern seien zusätzliche Einnahmen von mehr als 13 000 Euro realistisch, verspricht die abgedruckte Beispielabrechnung von ediPost.

Während das Konterfei von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, von ediPost noch als „Bundesinnenminister“ betitelt, erst auf den zweiten Blick irritiert, wurde der Oldenburger Agenturinhaber durch andere Details stutzig: Das angebliche Mandat des Mail­anbieters durch die Bundesregierung und die im Bewerbungsformular genannte Faxnummer, hinter der 0180er-Vorwahl beginnend mit der Ziffer Null, ließ ihn an der Seriosität zweifeln.

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Zu Recht, meint Philipp Spauschus, Sprecher des Bundesinnenministeriums. „Eine Agenturausschreibung der Bundesregierung gibt es nicht“, bestätigt Spauschus den Verdacht des Oldenburgers. Aus unterschiedlichen Orten im Bundesgebiet seien bereits Nachfragen wegen des gleichen Schreibens eingegangen. Wegen der Verwendung der staatlichen Insignien prüfe das Ministerium derzeit rechtliche Schritte gegen ediPost.

Christel Lohrey von der Oldenburger Verbraucherzentrale identifiziert das Muster, dem das Schreiben folgt, auf einen Blick als „Versuch von Abzocke“: „Das gehört sofort ins Altpapier!“

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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