Oldenburg - Es ist das spektakulärste ferngesteuerte Auto der Welt – oder auch nicht, denn auf der Erde fährt es gar nicht: Curiosity (auf Deutsch: Neugier) heißt das Fahrzeug der US-Weltraumbehörde Nasa, das derzeit den Mars untersucht. Am 6. August ist das fahrende Labor genau ein Jahr auf dem Roten Planeten unterwegs. Von Beginn an verfolgen die Hobby-Astronomen der Oldenburger Sternfreunde um den Vorsitzenden Bernward Große die Aktivitäten des Mars-Rovers.
Vereinsmitglied Christoph Jansen aus Bad Zwischenahn beschäftigt sich intensiv mit der Mission, die offiziell Mars Science Laboratory heißt. Zahlreiche Aspekte faszinieren den 49-Jährigen, zum Beispiel die eingesetzte Technik. „Das ist ein fahrendes Labor in der Größe eines Familienvans“, erklärt Jansen.
Mit einigen der neun eingebauten Untersuchungsgeräte hat er selbst bei seiner Ausbildung zum Festkörperchemiker gearbeitet. Jedes Teil war für sich oft schon so groß wie sein Wohnzimmertisch. Dass man solche Geräte für die Weltraumreise auf die Größe eines Schuhkartons komprimieren konnte, beeindruckt Jansen.
Heute arbeitet der 49-Jährige als Übersetzer. Sein Wissen über die Chemie hilft ihm allerdings weiter bei seinem Hobby, der Astronomie.
So schaut er immer wieder auf die Internetseite der Mars-Mission, um sich über Neuigkeiten zu informieren. Hier lässt sich der Standort von Curiosity abrufen, es gibt Missionsdaten, Fotos von der Marsoberfläche, Untersuchungsergebnisse. Zudem werden auf einem Youtube-Kanal Videos gezeigt, die Erkenntnisse verständlich erklären.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse laut Jansen: Es gab einmal Wasser auf dem Mars. Das zeigen Kiesel, deren runde Form dafür spricht, dass sie einmal in einem Fluss lagen. „Das Wasser hatte mal Trinkwasserqualität“, erklärt Jansen, was sich an verschiedenen Oberflächenablagerungen ablesen lasse. Wenn man alle Ergebnisse zusammennehme, sehe es so aus, dass die Grundlagen für ein Überleben von Mikroben auf dem Mars existiert hätten. „Mein Traum ist es, mitzuerleben, wie man den Beweis für Leben auf dem Mars tatsächlich findet“, so Jansen.
Auf den aktuellen Mars-Rover setzt er nicht, auch wenn dieser theoretisch noch 14 Jahre funktionieren könnte. „Curiosity kann nur Chemie und Physik“, erklärt Jansen. Für Biologie müsste andere Technik her.
Oder etwa doch der Mensch? Überlegungen zu bemannten Missionen (teils ohne Rückkehr) gab und gibt es immer wieder. Davon ist Jansen aber kein Fan. Allein der Strahlenschutz für Mars-Besucher wäre immens aufwendig und teuer. „Außerdem muss man doch mal schauen, was mit Technik heute schon möglich ist.“ Er beobachtet lieber weiter Curiosity – und auch gern dessen Nachfolger.
